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NWZonline.de Region Cloppenburg Bildung

Schwierige Suche nach Kita-Platz in Bösel

14.02.2019

Petersdorf Sancia Friedritz und ihr Ehemann wissen nicht mehr ein noch aus. Mit ihren drei Kindern wohnt das Paar seit Ende vergangenen Jahres in Petersdorf. Bis dahin lebten sie in der Gemeinde Wardenburg, mussten aber aus einem sanierungsbedürftigen Haus ausziehen. Ihr Problem: die Kinderbetreuung.

Vor allem für den kleinen David, gerade elf Wochen alt, benötige sie dringend eine Betreuungsmöglichkeit, schildert die junge Mutter. Marek (sechs Jahre) und Adam (2,5 Jahre alt) beenden das Kindergartenjahr in Wardenburg. Während Marek dann in die Grundschule Petersdorf eingeschult werden soll, muss sie auch für Adam einen Kindergartenplatz finden.

Zwar hat der Kindergarten in Petersdorf Plätze frei. Aber der decke nicht die Betreuungszeiten ab, die sie benötige. Das wäre von 7/7.15 Uhr bis etwa 15 Uhr. Denn Sancia Friedritz absolviert derzeit eine extra für junge Mütter auf vier Jahre gestreckte Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin am Klinikum Oldenburg. „Drei von vier Jahren meiner Ausbildung habe ich schon hinter mir.“ Der Familienvater arbeitet in drei Schichten in Edewecht und wird im August auch eine Ausbildung beginnen.

Die Tagesmutter, die schon während der Schwangerschaft die Betreuung zugesagt hatte, sagte kurz nach der Geburt ab. „Seitdem suchen wir nach einer Tagesmutter oder einen Krippenplatz“ – bislang vergeblich. Absagen hagelte es bei der Gemeinde Bösel und auch beim Tagespflegebüro für den Landkreis Cloppenburg, in dem die Tagesmütter organisiert sind. Selbst in den Gemeinden auf dem Arbeitsweg nach Oldenburg hieß es: alles voll. Eine Zusage der Stadt Oldenburg wurde kurzfristig wieder zurückgezogen mit dem Hinweis, sie wohne nicht in der Stadt.

Sollte sich keine Lösung finden, werde einer der beiden aufhören müssen zu arbeiten, befürchtet Sancia Friedritz. Elternzeit könne sie nicht nehmen, da diese als Fehlzeit in ihrer Ausbildung gewertet würde. Mit dem Examen in einem Jahr werde es dann nichts. „Das bedeutet, dass wir mit unseren drei Kindern Arbeitslosengeld II beantragen müssten.“ Das wäre auch der Fall, wenn einer Elterngeld beziehen würde.

„Wir wollen beide arbeiten und in die Bildung unserer Kinder investieren, stattdessen stehen wir vor einem Scherbenhaufen. Kinder und Armut – das gehört zusammen solange man die Betreuung nicht sichern kann.“

Bürgermeister Hermann Block weiß um die Situation: Der Arbeitskreis TAG werde kurzfristig beraten, wie „wir mit dem Überhang an Anmeldungen umgehen werden“. „Wir wollen möglichst viele Betreuungswünsche erfüllen.“ Die Bedürftigkeit solle bei der Vergabe der vorhandenen Plätzen berücksichtigt werden.

Auch bei den Tagesmüttern in Garrel und Bösel seien derzeit „alle Plätze belegt“, sagt Claudia Möller, stellvertretende Leiterin des Tagespflegebüros. In Bösel gibt es aktuell acht Kindertagespflegepersonen, wovon eine in Elternzeit ist und erst im Sommer wieder ihre Arbeit aufnehmen wird.

32 Kinder werden aktuell von Tagesmüttern und -vätern in Bösel betreut. Für fünf Kinder sei bisher noch keine Kindertagespflegeperson gefunden worden, da alle Tagesmütter vor Ort ausgebucht seien, schildert Claudia Möller die Situation. Sie hofft, für Sancia Friedritz auf deren Arbeitsweg einen Betreuungsplatz zu finden.

Reiner Kramer stv. Redaktionsleitung Friesoythe / Redaktion Münsterland
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