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NWZonline.de Region Cloppenburg Bildung

Mühle auf Seeltersk entdecken

04.10.2018

Ramsloh Neugierig sitzen Kinder des Kindergartens „Pusteblume“ auf kleinen blauen Kissen im Ratssaal des Rathauses in Ramsloh. Sie sind gespannt, was sie alles auf den Tablets entdecken können. Zusammen mit ihren Erzieherinnen Christina Heese und Kathrin Ansmann geht dann die Suche nach versteckten Menschen, Tieren und Dingen los und es wird eifrig auf den Bildschirmen getippt.

Bereits seit Dezember 2016 haben Kinder die Möglichkeit, anhand der App „Kleine Saterfriesen“ spielerisch Saterfriesisch (Seeltersk) am Smartphone oder Tablet zu lernen. Schon damals hatten Kindergartenkinder die App testen dürfen. Am 20. September sind zu den bisherigen 13 Wimmelbildern sechs neue dazu gekommen, die am Dienstagvormittag bei der Vorstellung im Rathaus für viel Spaß bei den Kindern sorgten.

„Wir haben uns Motive ausgesucht, die noch mehr an die Kinderwelt angesetzt sind“, sagte Menno Mennenga von der Medienagentur Reunion media aus Emden, die die App programmiert hat und zusammen mit Maike Rudloff von der Gemeinde Saterland federführend für das Projekt tätig ist. So gibt es nun Wimmelbilder zu den Themen Freizeitbad Saterland, Mühle Scharrel, Bahnhof, Zoo, Verkehrssituation und Kindergarten, die sich auf Orte in der Gemeinde beziehen.

Alle in der App vorhandenen Audio-Sequenzen wurden von Heinrich Pörschke und seiner Tochter Veronika Pörschke vom Heimatverein „Seelter Buund“ eingesprochen, um den heimatlichen Bezug von App und der saterfriesischen Sprache noch einmal zu unterstreichen.

Knifflig, so Mennenga sei es vor allem gewesen, Begriffe zum Thema Freizeitbad ins Saterfriesische zu übersetzen. Hier gelte ein großer Dank den Pörschkes, die geschaut hätten, wie man Begriffe im Saterfriesischen wiedergeben und vervollständigen könne. „Begriffe aus der Neuzeit sind in viele Sprachen nicht gut zu übersetzen“, sagte auch Karl-Peter Schramm vom Vorstand des „Seelter Buund“.

Der Heimatverein sei dankbar für die App. „Wenn wir Kinder nicht gewinnen könnten, würde die Sprache auf Dauer verloren gehen. Ein Kind kann durchaus zwei Sprachen nebeneinander lernen, ohne überfordert zu sein“, so Schramm.

Die App wurde hauptsächlich für Kinder zwischen drei und sechs Jahren entwickelt. Dass sie aber auch Erwachsenen helfen kann, machte Bürgermeister Thomas Otto deutlich. „Ich selber spreche kein Saterfriesisch. Als erster Schritt ist die App für Erwachsene toll“, so der Bürgermeister. Und auch Mennenga sah einen Vorteil für Erwachsene. „Das Schöne ist, wenn die Eltern über ihre Kinder ganz lieb ,gezwungen’ werden, mitzumachen. So ist es einmal umgekehrt und die Kindern bringen ihren Eltern etwas bei. Das ist sehr nachhaltig. Die Kinder fragen ihre Eltern etwas, so dass sie auch die Sprache sprechen müssen bzw. wollen“, so Mennenga.

Die App „Kleine Saterfriesen“ ist kostenfrei für die Betriebssysteme iOS und Android im Play- oder App-Store verfügbar. Die Kosten für die App-Erweiterung liegen bei rund 7503 Euro. 94 Prozent des Projektes werden durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur sowie die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert.

Und auch ein weiterer Schritt in Richtung Spracherhalt ist gemacht. Das Theaterstück „Oo, wät fluch is Panama“ nach der saterfriesischen Buch-Übersetzung von Gretchen Grosser soll ab dem kommenden Monat auf CD erhältlich sein. „Wir haben ein solides Fundament, auf das man in Zukunft aufbauen muss. Vielleicht kann man ja auch Bücher auf Saterfriesisch vertonen“, sagte Otto in Bezug auf die Buchübersetzungen von Grosser.

Tanja Mikulski Friesoythe / Redaktion Münsterland
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