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NWZonline.de Region Cloppenburg Bildung

Erhalt der Sprache wichtig

21.01.2019

Ramsloh „Hatelk wilkemen!“ Für Gretchen Grosser ist es selbstverständlich, ihre Gäste auf Saterfriesisch zu begrüßen. Die 84-jährige Ramsloherin hat diese Sprache schon als Kind gelernt und beherrscht diese einwandfrei. Dabei ist das „Seelters“ eine vom Aussterben bedrohte Sprache. Es soll nur noch rund 2500 Menschen geben, die sich auf Saterfriesisch verständigen können. Das Saterland gilt damit als eine der kleinsten Sprachinseln Europas.

Gretchen Grosser liegt diese Sprache sehr am Herzen. Es ist ihre Muttersprache, wie sie sagt. Zuhause habe man kein Hochdeutsch gesprochen, nur in der Schule. Auch heute gilt Saterfriesisch in ihrem Haus in Ramsloh als „Amtssprache“.

Bereits seit einigen Jahrzehnten sorgt sie engagiert dafür, dass „Seelters“ nicht in Vergessenheit gerät. „Dieses Kleinod müssen wir unbedingt erhalten“, sagt die zweifache Uroma. Dafür werde sie sich so gut es gehe einsetzen.

Den Grundstein für diese Mission legte sie bereits vor rund 30 Jahren. Sie wurde gebeten, doch kleine Geschichten zu schreiben – natürlich auf Saterfriesisch. Also begann sie, kleine Anekdoten auf Papier zu bringen. Das macht sie bis heute. Die Inhalte der humorvollen und/oder hintergründigen Kurzgeschichten fußen entweder auf eigenen Erlebnisse oder auf Erzählungen von Bekannten. An ihre erste Geschichte kann sie sich auch noch gut erinnern. Es handelte von einer Kleinanzeige in der Zeitung: „Tragendes Schaf zu verkaufe.“ Jemand habe den Verkäufer dann tatsächlich gefragt, wie viel das Tier denn tragen können. Hunderte solcher Geschichten hat Gretchen Grosser schon zusammengetragen und viele davon veröffentlicht.

Bücher hat sich auch geschrieben. Besonders beliebt sind ihre Übersetzungen von bekannten Kinderbüchern. Wie etwa das „Fliegende Klassenzimmer“ oder „Der kleine Prinz“. Ganz aktuell gibt es die saterfriesische Variante von „Oh wie schön ist Panama“, das kürzlich auch als Kindermusical aufgeführt wurde.

Ihr ist es wichtig, dass Kinder früh mit der saterfriesischen Sprache in Kontakt kommen. Das können natürlich sehr gut über Kindergarten oder Schule funktionieren. „Viel wichtiger ist es aber, dass Saterfriesisch von den Eltern gesprochen wird. Dann lernen es die Kinder am besten“, appelliert Grosser vor allem an junge Eltern, öfter „Seelters“ zu sprechen.

Sie selbst werde alles dafür tun, dass eine der kleinsten Sprachinseln erhalten bleibt. Für dieses Engagement um den Spracherhalt ist sie auch als Frau des Jahres ausgezeichnet worden.


Ein Video der „Frau des Jahres“ sehen Sie unter   www.nwzonline.de/videos. 
Carsten Bickschlag Redaktionsleitung Friesoythe / Redaktion Münsterland
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