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NWZonline.de Region Cloppenburg Bildung

Tiere verbinden Jung und Alt

06.09.2018

Ramsloh Mit tierischer Hilfe Brücken bauen zwischen den Generationen und voneinander lernen: Das ist das Ziel eines neuen Projektes, das am Mittwochnachmittag am Laurentius-Siemer-Gymnasium in Ramsloh gestartet ist. 24 Schüler der sechsten bis achten Klasse werden im Rahmen einer AG gemeinsam mit Therapiebegleithunden Senioren besuchen, die an Demenz erkrankt sind. Durch dieses besondere Zusammentreffen und das aktive Zusammensein bei Spiel und Spaß soll das persönliche und menschliche Miteinander unter den Generationen gestärkt werden. Die Hunde fungieren als Bindeglied und helfen dabei, Hemmungen abzubauen.

Vier Pfoten verbinden Generationen

KiDeTi (Kinder – Demenz und Tiere) ist ein gemeinnütziger Verein, der am 18. November 2017 gegründet wurde. Er hilft mit ausgebildeten, zertifizierten und erfahrenen Therapiebegleithundeteams dabei, spezielle Projekte zu organisieren, in denen Kinder und demenzkranke Senioren in Spiel und Spaß zusammengebracht werden. Vorsitzende des Vereins ist Bärbel Hommel.

Die Projekte richten sich an Kinder und Jugendliche zwischen zehn und 15 Jahren und demenzkranke Senioren. Den Kindern wird der artgerechte Umgang mit Hunden nahegebracht. Berufe wie z.B. Ergotherapeut, Pflegefachkraft oder Tierarzt werden den Kindern vorgestellt.

Die Senioren werden aus ihrer Einsamkeit und Lethargie geholt und können im Umgang mit den Kindern ihre wertvollen Erfahrungen an sie weitergeben. Gleichzeitig werden u.a. die Erinnerung und die Mobilität aktiviert. Das Selbstwertgefühl wird wieder bestärkt und die Kommunikation angeregt.

Mehr Informationen gibt es unter www.kideti.de, Telefon  0173/2090392 oder per E-Mail an die Adresse kideti.verein@gmail.com.

Das neue Projekt basiert auf einer Idee von Bärbel Hommel (57) aus Großefehn. Die Therapiebegleithundeführerin gründete im vergangenen November den Verein KiDeTi (Kinder – Demenz und Tiere). Als erste Vorsitzende stellt Hommel einige ihrer Therapiebegleithunde zur Verfügung und gestaltet das Projekt gemeinsam mit LSG-Biologielehrer Reinhard Walter. Zum Auftakt am Mittwoch lernten die LSG-Schüler die Therapie- und Schulbesuchshunde Kimi (5 Jahre alt) und Frida (3) kennen. Beim „Beschnuppern“ erhielten sie einen ersten Eindruck davon, wie sich die PON-Hündinnen verhalten und wie man mit ihnen richtig umgeht. Natürlich durften auch Streicheleinheiten und Leckerlis nicht fehlen. „Ich mag Hunde sehr gerne und finde sie sehr süß“, erklärte die elfjährige Schülerin Insa Bartjen (6a), warum sie sich für die stark nachgefragte AG angemeldet hat.

Einmal wöchentlich treffen sich die AG-Schüler in der siebten und achten Stunde. Das Projekt dauert ein halbes Jahr und ist in drei Phasen aufgeteilt. In Phase eins dreht sich alles um die Hunde selbst. Die Schüler beschäftigen sich mit der Anatomie der Tiere, mit ihrer Körpersprache, trainieren mit den Hunden und erfahren anhand eines mitgebrachten Welpen (zehn bis elf Wochen alt), wie man diese aufzieht. In Phase zwei geht es um die Krankheit Demenz: Was ist das, was sind die Erkennungsmerkmale, wie sieht die Therapie aus? Auch die sozialen Auswirkungen werden thematisiert. Angehörige von Demenzkranken kommen in die Schule und schildern ihre Sicht. Auch Demenzkranke im Frühstadium werden zu Besuch sein.

Phase drei ist der Praxisteil. Mit den Therapiebegleithunden besuchen die Schüler an Demenz erkrankte Senioren im Alten- und Pflegeheim „Sonnenhaus Saterland“ in Ramsloh. Ein Pilotprojekt in Berlin sei bereits sehr gut gelaufen, so Bärbel Hommel.


Ein Video gibt es zu sehen unter   www.nwzonline.de/videos 
Video

Sebastian Friedhoff
Friesoythe
Redaktion Münsterland
Tel:
04491 9988 2904

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