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NWZonline.de Region Cloppenburg Bildung

Plattdüütsch höört in’n Noorden

24.11.2017

Ramsloh Plattdeutsch muss gesprochen werden, um die Sprache zu erhalten und zu retten. Davon ist die 58-jährige Edith Sassen aus Scharrel überzeugt. Als Grundschullehrerin und ausgebildete Plattdeutschlehrerin an der Litje Skoule Skäddel in Scharrel tätig, vermittelt sie genau das und führt die Kinder an die Sprache heran. Und auch mit ihren Lehrwerken möchte Sassen dazu beitragen, dass Platt weiterhin gesprochen wird.

Nach „Platt löppt für Einsteiger“ ist nun ihr Folgeband „Platt löppt für Einsteiger 2“ im Isensee Verlag (ISBN 978-3-7308-1387-4) erschienen. Lustige, oft ungewöhnliche Geschichten, die aber deutlich durch den norddeutschen Humor geprägt sind, machen die Bücher zu einem schönen und lesenswerten Lehrwerk für Anfänger.

Beide Bücher bilden eine Einheit. So würde man, wenn man sie durcharbeiten würde – privat oder mit einer Plattdeutschgruppe der 3./4. Klasse über zwei Jahre –, nach dem „Gemeinsamen europäischen Rahmen für die Vergleichbarkeit von Sprachen“ (GeR) den Sprachennachweis A1 erlangen und teilweise eine Annäherung an A2 erreichen, so Sassen. „Man kann danach etwas über sich selbst, die Familie, Freunde, Kleidung, die Schule, Hobbys, über Essen und Trinken, die nähere Umgebung, Einkaufen und vieles mehr auf Plattdeutsch erzählen“, sagt die Grundschullehrerin. Die Lehrwerke seien so aufgebaut, dass sie viele Themen des täglichen Miteinanders enthalten und behandeln.

Die Kapitel sind untereinander austauschbar und somit nicht nur für Platt-AGs und Plattfachunterricht, sondern auch für Plattprojekte, im Plattimmersionsunterricht und im Selbststudium zum Plattdeutschlernen und Vertiefen einsetzbar. Auch handelt es sich bei den Lehrwerken um Arbeitshefte, die man durcharbeiten kann.

Viele Schulen würden nach dem bewährten Prinzip „Wir versuchen mal dies und dann auch mal das“ arbeiten, sagt Sassen. Doch wolle man einen systematischen Sprachlehrgang machen, liege man mit „Platt löppt für Einsteiger“ und „Platt löppt für Einsteiger 2“ genau richtig.

Die Schulen sind aufgerufen, mehr für die plattdeutsche Sprache zu tun und dafür Stunden einzufordern. Aber auch unter anderem Eltern, Großeltern, Verwandte, Nachbarn sollten mehr mit den Jüngeren Platt sprechen, so die 58-Jährige. „Schule kann das nicht ausbügeln, was jahrzehntelang in der Familie und in den übrigen Lebensbereichen nicht mehr als Normalität angesehen wurde.“

„Plattdüütsch höört to us in’n Noorden. Un Twee un mehr Spraken sünd beter as een. Warum dann nicht auch Plattdeutsch, wo wir es oft noch um uns herum hören und somit leicht lernen können?“, fragt Sassen. Norddeutschland ohne Plattdeutsch sei wie die Nordsee ohne Fische. „Un dat geiht nich.“


Mehr Informationen unter   www.isensee.de 

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Litje Skoule Skäddel | Isensee-Verlag