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NWZonline.de Region Cloppenburg Bildung

„Baaljene“ wird zum Lehrort

05.08.2017

Ramsloh Pünktlich zum neuen Schuljahr gibt es am Laurentius-Siemer-Gymnasium (LSG) in Ramsloh nicht nur einen neuen Schulleiter, sondern auch Raumbezeichnungen auf Saterfriesisch. Neben allen Räumen stehen somit auf den Schildern nicht nur die Bezeichnungen für diese auf Hochdeutsch, sondern auch auf Ramsloher Seeltersk.

Möglich gemacht hat dies der Saterfriesisch-Wahlkursus, den Lehrer Volker Kramer betreut. „Nach dem Film-Projekt über das Saterland haben wir überlegt, was wir noch machen können. Wir wollten die Sprache auch in der Schule verbreiten“, erzählt Kramer. So sei die Idee entstanden, die Räume zusätzlich mit saterfriesischen Namen zu benennen. Ein entsprechender Antrag wurde gestellt, der Ende des vergangenen Schuljahres vom Schulvorstand genehmigt worden sei. Und erst kürzlich seien die neuen Schilder aufgehängt worden, so Kramer.

Im Rahmen des Wahlkurses wurde dann zusammen überlegt, wie die Räume benannt werden können. So haben die Klassenräume letztendlich Ortsnamen bekommen. Dabei wurden nicht nur die Orte und Bauerschaften der Gemeinde Saterland, sondern auch der Gemeinde Barßel mit einbezogen. So heißt zum Beispiel der Klassenraum der 10bF „Baaljene“ (Bollingen) und jener der 5cF „Färmesound“ (Fermesand).

Probleme habe es bei den Fachräumen gegeben, sagt Kramer. Für diese gebe es keine saterfriesische Bezeichnung. So hat man improvisiert und zum Beispiel den Chemieraum „Chemie-Ruum“ genannt – also nur das Wort „Raum“ ins Saterfriesische übersetzt.

Selbst das Lehrerzimmer (Koasterkoomer), der Elektrikraum (Stroomkoomer), der Kopierraum (Drukerai) sowie der Gruppenraum (Gemeenskupkoomer) wurden mit saterfriesischen Bezeichnungen ausgestattet.

Mit den Schildern will der Wahlkursus sich für den Erhalt der saterfriesischen Sprache einsetzen. Dadurch, dass die Schüler die Bezeichnungen fast jeden Tag sehen, würden sie ihnen eher im Gedächtnis bleiben, sagt Kramer.

Das Wahlfach „Saterfriesisch“ gibt es seit dem Jahr 2015 am LSG. Es ist einzigartig und die Teilnahme freiwillig. Eigens für das Fach war ein Curriculum erstellt worden. Und auch eine Zeugnisnote bekommen die Schüler, mit der sie eine schlechte Note ausgleichen können. Der Kursus richtet sich an Schüler der fünften und sechsten Klassen. Derzeit nehmen etwa zwölf Kinder daran teil.

Erst vor ein paar Monaten hat der Kursus mit einem Projekt einen großen Erfolg erzielt. So hatten Schüler des Wahlfaches mit dem Naturfilmer und gebürtigen Scharreler Herbert Dohlen, einen eigenen Film „Seelterlound – Die Moore des Saterlands“ gedreht und damit am deutschlandweiten Umwelt- und Kommunikationsprojekt „Green Cut – Jugend filmt biologische Vielfalt“ teilgenommen. Dieses wurde von der Heinz-Sielmann-Stiftung in Duderstadt prämiert.

Und der Film der Saterländer war als Eröffnungsfilm bei einer Präsentation der Ergebnisse bei der Stiftung gezeigt worden.

Tanja Mikulski Friesoythe / Redaktion Münsterland
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