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NWZonline.de Region Cloppenburg Bildung

Kindergärten ohne Spielzeug

21.01.2020

Saterland /Elisabethfehn Das war sicherlich kein gewöhnlicher Start in die neue Woche für die Jungen und Mädchen der katholischen Kindertagesstätte (Kita) St. Georg in Strücklingen: Sie mussten ihr Spielzeug zusammen- und dann wegräumen, denn die nächsten sechs Wochen werden für die Kinder eine spielzeugfreie beziehungsweise spielzeugreduzierte Zeit werden.

Die Kita in Strücklingen ist eine von sechs Einrichtungen in den Gemeinden Saterland und Barßel, die am suchtpräventiven Projekt „starKids“ teilnehmen, das nun in die vierte und letzte Phase geht. „Nun merken auch die Kinder, dass etwas passiert“, sagt Katharina Deeken von der Fachstelle für Suchtprävention der Stiftung Edith Stein in Cloppenburg, die das Projekt leitet. Mit dem Baustein „Miteinander stark“ werde im Gegensatz zu den bisherigen Bausteinen der Alltag in den Kitas über einen längeren Zeitraum wesentlich verändert. Es solle nun die Kreativität und Fantasie der Kinder angeregt werden.

Info zum Projekt

„StarKids“ ist ein Projekt zur Suchtprävention in Kindertagesstätten. Seit November 2016 wird es in den Gemeinden Saterland und Barßel durchgeführt.

Teilnehmer sind die katholische Kita St. Jakobus Ramsloh, St. Georg Strücklingen, „Unterm Regenbogen“ Scharrel, der katholische Kindergarten St. Marien Sedelsberg, „Die Arche“ Elisabethfehn und der evangelisch-lutherische Jona-Kindergarten Elisabethfehn.

Heutzutage gebe es ein Überangebot an Konsumgütern und Spielzeug, das fast immer verfügbar sei. Dieses „Zuviel“ verleite häufig eher zu einem passiven Konsumieren als dass es die Fantasie und Kreativität der Heranwachsenden anrege, so Deeken. Zudem sei bei vielen industriell hergestellten Spielzeugen genau vorgegeben, wie damit zu spielen sei. Dadurch schwinde auch der Raum, sich zu entwickeln. „Es ist also wichtig, Kindern Spielräume zu ermöglichen, in denen sie selbst aktiv und kreativ sein können, sich als selbstwirksam erleben, Lösungen für Probleme finden, mit anderen gemeinsame Absprachen treffen und sich an diese halten“, erklärt Deeken. Dazu sei es auch manchmal notwendig, dass die Kinder sich langweilen. Zudem bekomme Spielzeug dadurch eine neue Wertigkeit.

Nur langweilen sollen sich die Kinder in den kommenden Wochen aber nicht. Sie sollen sich mit eigenen Ideen und Spielzeugen beschäftigen, die sie aus den verschiedensten Materialien wie beispielsweise Holz, Decken oder Papier selbst herstellen. Dadurch würden sie untereinander viel mehr interagieren.

Ziel des Projektbausteins ist es, dass bestimmte Lebenskompetenzen wie effektive Kommunikation, verstärkte Wahrnehmung eigener Bedürfnisse, Entwicklung von Selbstvertrauen und der Umgang mit Problemen sowie Frust gefördert werden. Der Umgang hiermit reduziere die Gefahr von Sucht, so Deeken.

Die Leitungen der am Projekt beteiligten Kitas haben viel Vertrauen in die Jungen und Mädchen in ihren Einrichtungen. „Kinder sind sehr offen“, sagt Susanne Jakobi, Leiterin der Kita Strücklingen. Ein Großteil werde gleich Ideen haben für Spiele und damit Impulse an die anderen weitergeben. So komme gar nicht erst Langeweile auf.

Wenn im Juni die letzte Kita den vierten Baustein umgesetzt hat, wird der erste Durchlauf des Projekts „starKids“ im Landkreis abgeschlossen sein. „Wie viele Kinder, Eltern und Mitarbeiter wir erreichen konnten, finde ich sehr großartig“, sagte Regina Freer vom evangelisch-lutherischen Jona-Kindergarten Elisabethfehn.

Renke Hemken-Wulf Friesoythe / Redaktion Münsterland
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