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NWZonline.de Region Cloppenburg Bildung

Austausch: Wie eine richtige zweite Familie

04.05.2019

Scharrel Lotta Saadla strahlt, wenn sie von den Erlebnissen mit ihrer Familie erzählt. Bei dieser handelt es sich allerdings nur um eine Familie auf Zeit, ihre „richtige“ befindet sich im rund 2000 Kilometer entfernten Tartu, in Estland. Doch für die 18-Jährige sind die Tapkens aus Scharrel mittlerweile wie eine richtige zweite Familie. Und auch die Tapkens haben Lotta ins Herz geschlossen.

Über YFU

Die gemeinnützige Austauschorganisation YFU sucht noch dringend in ganz Deutschland Gastfamilien, die ab August/September 2019 einen Austauschschüler aus aller Welt für ein halbes oder ganzes Jahr aufnehmen möchten.

Familien, die einen Jugendlichen aufnehmen möchten, können sich bei der YFU melden unter Telefon  040/227002-0 oder gastfamilien@yfu.de. Interessierte Familien in der Nähe können sich auch direkt an Viola Tapken unter Telefon  04492/1745 wenden.

Viola Tapken betreut über YFU Gastfamilien in der Nähe von Scharrel mit, ist Ansprechpartnerin für die Austauschschüler und Bindeglied zur YFU-Geschäftsstelle in Hamburg. „Leider gibt es in der Gegend nicht so viele Gastfamilien. Dabei wäre es schön, denn so könnten die Austauschschüler etwas zusammen unternehmen“, sagt sie, auch wenn die YFU im Laufe des Jahres Veranstaltungen zum Austausch anbietet.

Mehr Infos unter www.yfu.de/gastfamilien

Seit Mitte August 2018 lebt die Estin nun schon bei ihrer Gastfamilie und verbringt dort ein Schuljahr. Ins Saterland ist sie über die gemeinnützige Austauschorganisation Youth For Under­standing (YFU) gekommen (siehe Infobox). Für diese ist Viola Tapken ehrenamtlich tätig. Auch sie war vor 30 Jahren über YFU in den USA. Ihre Tochter Rahel (17) befindet sich derzeit in den USA, ihr Sohn Elian (18) war 2016/17 dort.

„Es war so eine tolle Erfahrung. Ich hatte mir schon damals gesagt, dass ich diese irgendwann weitergeben möchte. Ich habe nur auf den passenden Moment gewartet“, erinnert sich Viola Tapken, die heute noch Kontakt zu ihrer damaligen Gastfamilie und Freunden dort hat. „Als Elian dann in die USA ging, habe ich mir gesagt: ,Jetzt passt es’“, sagt die Scharrelerin. 2016/17 war zunächst eine Austauschschülerin aus China bei den Tapkens. 2018 kam dann Lotta.

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Deutsch gelernt

Zunächst besuchte sie einen einwöchigen Orientierungskursus in der Nähe von Hamburg. Je nach Sprachkenntnissen kann dieser auch drei Wochen dauern. Lotta allerdings hatte in Estland drei Monate Deutsch gelernt und war auch schon zweimal mit ihrer Familie in Deutschland. „Ich wollte die Sprache unbedingt lernen“, sagt die 18-Jährige über ihre Motivation, den Austausch zu machen. Und das hat sie: Nach fast neun Monaten in Scharrel spricht sie sehr gut Deutsch. „In der ersten Woche habe ich fast nichts verstanden. Dann kam ich in meine Gastfamilie und ich verstand mehr. Ich hatte auch am Anfang viele Fragen.“

Beide Seiten profitieren

Von diesen profitierten beide Seiten. „Durch die vielen Fragen von außen lernt man die eigene Kultur noch einmal kennen und fängt an, Alltagsdinge zu hinterfragen. Das macht es spannend“, sagt Viola Tapken, die in der Zeit auch viel über Estland gelernt hat. Es wurden Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede festgestellt. „Deutschland ist im Vergleich zu Estland sehr religiös“, erzählt Lotta. Ostern und Weihnachten würden in Deutschland viel größer gefeiert werden.

Und auch wenn sie in Estland ebenfalls ein Gymnasium besucht, hat sie Unterschiede zu ihrer derzeitigen Schule, dem Albertus-Magnus-Gymnasium in Friesoythe, feststellen können. „Bei uns gibt es keine mündlichen Noten. Ich finde es gut, dass es sie hier gibt und man seine Note damit verbessern kann, wenn man schriftlich nicht so gut ist“, sagt Lotta. Auch würde in Deutschland mehr in der Schule diskutiert und es gebe mehr Teamarbeit. Fasziniert war sie vom Kramermarkt in Oldenburg: „Bei uns sind die Märkte nicht so bunt.“

Aber nicht nur in Oldenburg ist die Gastfamilie mit Lotta gewesen. So ging es unter anderem im Herbst in den Harz und zu Ostern an die Nordsee. „Sie liebt das Theater und Museen und hat uns im Gegenzug dazu animiert“, sagt Viola Tapken. So gehörten auch solche Ausflüge zum Programm.

Baldiger Abschied

Und ganz nebenbei lernte Lotta immer besser Deutsch und fand auch drei enge Freundinnen. Ende Juni geht es für sie wieder zurück nach Estland. „Ich habe nicht erwartet, dass ich mit meiner Gastfamilie so sehr zusammenwachse“, sagt Lotta, die traurig über den baldigen Abschied ist, sich aber auch auf ihre eigene Familie freut. Und auch die Tapkens werden Lotta sehr vermissen, möchten mit ihr auf jeden Fall Kontakt halten und sie wiedersehen. „Estland ist ja Gott sei dank nicht so weit weg“, sagt Viola Tapken.

Ihr Austauschjahr in Deutschland sieht Lotta auch als Möglichkeit, eventuell später hier und nicht in Estland Medizin zu studieren. Ihr Schülerpraktikum hat sie im St.-Marien-Hospital Friesoythe gemacht.

Sie sei froh, dass sie sich dazu entschieden hatte, ein Jahr in Deutschland zu bleiben, sagt Lotta: „Ein halbes Jahr hätte für alles nicht gereicht. Denn erst dann ist man so richtig angekommen, kann sich entspannen und die Zeit genießen.“ Und dass sie das hat, zeigen nicht zuletzt die vielen Fotos, auf denen sie zusammen mit ihrer Gastfamilie zu sehen ist.

Tanja Mikulski Friesoythe / Redaktion Münsterland
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