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Bildung: Schulen steht großer Umbruch bevor

05.03.2016

Friesoythe Die Grundschullandschaft in Friesoythe steht vor einem großen Umbruch. Da wären zum einen die konfessionsgebundenen Schulen – immerhin acht der insgesamt elf Einrichtungen im Stadtgebiet. An diesen Schulen dürften eigentlich nur 30-Prozent der Kinder „bekenntnisfremd“ sein. Doch diese Quote wird in den meisten Bekenntnisschulen schon seit mehreren Jahren weit überschritten.

Dann sind da die Grundschulen, die so klein sind, dass einige sogar zwei Jahrgänge in einer Klasse gleichzeitig unterrichten müssen (zum Beispiel Neuscharrel und Neuvrees). Gleichzeitig steigt der Bedarf an einer schulischen Ganztagsbetreuung, was nur größere Schulen leisten könnten. Zu allem Überfluss wurde dann auch noch festgestellt, dass es in Friesoythe überhaupt keine Schuleinzugsgrenzen gibt. Es sind also gleich mehrere Baustellen, die zu bearbeiten sind.

Schulentwicklung

Im Friesoyther Stadtgebiet gibt es elf Grundschulen. Hier eine Übersicht über alle Schulen, deren Bekenntnis, die aktuellen Schülerzahlen und die Einschulungen im Schuljahr 2016/2017.

Marienschule Friesoythe: katholisch, 128 Schüler, 57 Einschulungen, davon 27 nicht katholisch Gerbert-Schule Altenoythe: katholisch, 97 Schüler, 17 Einschulungen, davon 9 nicht katholisch Grundschule Kampe: katholisch, 51 Schüler, 13 Einschulungen, davon 5 nicht katholisch Grundschule Markhausen: katholisch, 84 Schüler, 26 Einschulungen, davon 8 nicht katholisch Grundschule Neuscharrel: katholisch, 33 Schüler, 9 Einschulungen, davon 1 nicht katholisch Grundschule Hohefeld: katholisch, 45 Schüler, 9 Einschulungen Grundschule Thüle: katholisch, 56 Schüler, 7 Einschulungen, 1 nicht katholisch Grundschule E’damm: evangelisch, 42 Schüler, 8 Einschulungen, davon 4 nicht evangelisch Ludgerischule Friesoythe: bekenntnisoffen, Ganztagsschule, 304 Schüler, 58 Einschulungen Grundschule Gehlenberg: bekenntnisoffen, 71 Schüler, 21 Einschulungen Grundschule Neuvrees: bekenntnisoffen, 33 Schüler, 3 Einschulungen

In Sachen Schulbezirke hat die Landesschulbehörde unlängst die Stadt Friesoythe unter Berücksichtigung der Schulentwicklung aufgefordert, Einzugsbereiche für Grundschulen zu bilden. Das Problem: Die Schulbezirke sind zunächst für den „Regelfall“ zu bilden, das heißt nur für die drei bekenntnisfreien Schulen (Ludgerischule Friesoythe sowie die Grundschulen Gehlenberg und Neuvrees). Bekenntnisgebundene Schulen sind nach dem Niedersächsischen Schulgesetzt als gesonderte Ebene zu betrachten. „Die Bildung von Schulbezirken kann daher nicht von der Frage der Bekenntnisschulen gelöst werden“, sagte dazu Erste Stadträtin Heidrun Hamjediers. Es müsse daher geklärt werden, ob wirklich alle Bekenntnisschulen im Stadtgebiet zu halten seien.

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Ein erstes wichtiges Signal kam bereits vor zwei Wochen vom Elternrat der katholischen Marienschule Friesoythe. „Wir haben uns dazu entschieden, die Beibehaltung des katholischen Status’ nicht weiter zu verfolgen“, sagte Elternratsvorsitzende Manuela Fuhler. Andere Schulen könnten diesem Beispiel folgen.

Gleich nach den Osterferien möchte die Stadtverwaltung das weitere Vorgehen mit den Ansprechpartnern Eltern, Schulleitung, Lehrern und Schulbehörde abstecken, kündigte Hamjediers an. Daher soll es zum Thema Bekenntnisschule zunächst eine zentrale Informationsveranstaltung geben. Alle Eltern von Grundschulkindern im Friesoyther Stadtgebiet sind am Donnerstag, 7. April, zu einer Informationsveranstaltung zum Thema Bekenntnisschulen eingeladen. Diese findet um 19.30 Uhr im Forum am Hansaplatz, Hansaplatz 11, in Friesoythe statt. Der schulfachliche Dezernent der Landeschulbehörde, Karl-Heinz Book, sowie Vertreter der katholischen und evangelischen Kirche werden über Grundschulen mit christlichen Bekenntnissen informieren. Zudem wird die Stadtverwaltung für Fragen zur Verfügung stehen.

An der Marienschule Friesoythe, der Gerbertschule Altenoythe sowie den Grundschulen in Kampe und Edewechterdamm werden dann zu einem späteren Zeitpunkt Elterbefragungen stattfinden. Außerdem liegt ein Antrag der SPD vor mit dem Vorschlag, an allen acht Bekenntnisschulen im Stadtgebiet Befragungen durchführen zu lassen.

Mit Blick auf die Entwicklung der Schülerzahlen muss auch die Frage gestellt werden, ob die kleineren Grundschulen in Zukunft überhaupt noch überlebensfähig sind (siehe Info-Kasten). In Neuvrees werden im kommenden Schuljahr nur drei Kinder eingeschult, im übernächsten Schuljahr nur ein Kind. In weiteren vier Grundschulen werden im kommenden Schuljahr keine zehn Schüler eingeschult (Neuscharrel: 9; Hohefeld: 9; Thüle: 7; Edewechterdamm: 8).

In Neuscharrel besteht die Überlegung, eine Montessorischule einzurichten, zu der Kinder aus dem gesamten Stadtgebiet gehen könnten. „Ich bin ein Fan einer bunten Schullandschaft und begrüße das“, bestätigte Hamjediers entsprechende Pläne.

Zum kommenden Schuljahr seien aber in keinen der oben angeführten Bereiche Änderungen zu erwarten. „Wir wollen saubere Lösungen“, so die erste Stadträtin. Außerdem handele es sich auch um politische Entscheidungen.

Carsten Bickschlag Redaktionsleitung Cloppenburg/Friesoythe / Redaktion Münsterland
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