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NWZonline.de Region Cloppenburg Bildung

Spracherhalt im Grundschulalter

06.01.2015

Strücklingen „Hier wäd uk seeltersk baalt“, steht an der Eingangstür zur Marienschule in Strücklingen. Seit 1997 leitet Schulleiterin Monika Olling die Arbeitsgemeinschaften für Schüler, in denen saterfriesisch gelernt werden kann. Mit einer Auszeichnung als „Seelterfräiske Skoule“ wurde dies nun auch vom Niedersächsischen Kultusministerium honoriert.

„Das ist auf jeden Fall ein großer Erfolg“, freut sich Monika Olling. Schließlich bedeute der saterfriesische Unterricht gerade für sie als einzige Muttersprachlerin des Lehrerkollegiums einen immensen Mehraufwand. „Wie oft habe ich schon meine freien Tage zwischen Weihnachten und Neujahr mit saterfriesischen Übersetzungen verbracht“, erzählt sie. Saterfriesische Texte gebe es schließlich fast nur von der Autorin Gretchen Grosser, den NWZ -Lesern durch ihre saterfriesischen Kolumnen bekannt – Arbeitsblätter und andere Geschichten müsse sie immer selbst übersetzen.

Mittlerweile hat sie einen großen „Fundus“ an Materialien zusammentragen, sei es durch Austausch mit anderen Saterfriesisch-Lehrern der Region oder durch eigene Arbeit – alle nach Schwierigkeitsgrad für den jeweiligen Jahrgang geordnet.

Neben den Arbeitsgemeinschaften, in denen sie die Grundlagen der Sprache vermittelt, unterrichtet sie seit 2012 auch Fächer wie Kunst und Sachunterricht bilingual. „Im Schuljahr 2012/13 haben wir die Saterfriesisch-Klasse ins Leben gerufen. Auf einem Elternabend konnten Eltern ihre Kinder dafür anmelden“, erinnert sich die Grundschulleiterin.

Die 18 Grundschüler, die im Jahr 2012 mit dem Projekt begonnen haben, sind nun im dritten Schuljahr. „Die Wenigsten kannten die Sprache aus der Familie – erst haben sie daher kaum etwas verstanden. Nun aber verstehen sie gut und benutzen auch einige saterfriesische Wörter und Floskeln im normalen Sprachgebrauch“, freut sich die Lehrerin. Gerne würde sie daher in jedem Schuljahr eine solche Klasse einrichten, aber das sei personell einfach nicht möglich.

„Momentan spreche nur ich saterfriesisch im Kollegium, eine Kollegin macht einen Sprachkurs. Und für Vertretungen und die Hausaufgabenbetreuung haben wir noch eine pädagogische Mitarbeiterin, Mechthild Kruse, die auch saterfriesisch spricht“, erklärt Monika Olling. Um aber weiteren „Immersionsunterricht“ – also bilingualen Unterricht – anbieten zu können, fehle momentan die Zeit.

Mit der Förderung durch das Niedersächsische Kultusministerium erhält Monika Olling nun eine zeitliche Entlastung für ihr regionalsprachliches Engagement. Diese Unterstützung wird es ihr auch in Zukunft ermöglichen, die Minderheitensprache im Grundschulalter zu fördern – gerade bei Kindern bis zum neunten Lebensjahr sei das Erlernen einer Sprache schließlich „kinderleicht“.

Désirée Senft
Volontärin
NWZ-Redaktion
Tel:
0441 9988 2003

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Grundschule Strücklingen | Marienschule

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