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NWZonline.de Region Cloppenburg Bildung

Fachtagung: Kritik an Freundschaften zwischen Erziehern

02.12.2017

Stapelfeld Ernstes auf heitere Weise hat Malte Mienert, Berliner Psychologie-Professor, seinen 120 Zuhörern beim siebten niedersächsischen Fachtag für Mitarbeiter heilpädagogischer Kindergärten und Integrationsgruppen in der Katholischen Akademie Stapelfeld (KAS) geboten. Eingeladen zu der Veranstaltung mit dem Titel „Fortschritt statt Gleichschritt“ hatte die Arbeitsgemeinschaft der Caritas-Einrichtungen der Behindertenhilfe.

Mienert kritisierte das häufig persönliche, gar freundschaftliche Verhältnis von Mitarbeitern in Kindertagesstätten. Wer neben der Arbeit auch seine Freizeit miteinander verbringe, könne keine Distanz mehr zueinander haben. Dem falle es schwerer, „sich fachlich zu streiten, ohne persönlich zu werden“, stellte der Referent fest. Grundsätzlich stünden Erzieherinnen unter einem großen inneren Druck. Es ginge um ein „ständiges Arbeiten auf den Soll-Zustand hin“, so die Kritik des Entwicklungspsychologen.

Auch die Mädchen und Jungen in den Gruppen stünden zunehmend unter Druck. „Das Kind muss seinen Namen schreiben sowie bis 20 zählen können. Und glücklich soll es auch noch sein“, provozierte der 42-Jährige. „Warum nicht auch noch Chinesisch lernen?“, fragte er ironisch. Schließlich nehme die Bedeutung dieser Sprache ständig zu. Sein Ziel bei Dienstbesuchen in Einrichtungen sei es, Entspannung zu verbreiten. Sein Rat an pädagogisch Tätige: „Die Zeit mit den Kindern genießen.“

Weiterhin solle sich das Fachpersonal weniger um die 20 Prozent der lauten und auffälligen Kinder kümmern. Diese würden ihren Weg schon gehen, „denn Schlingel werden Bosse“, so Mienert. „Die Stillen sind vielmehr die Problemkinder.“

2100 sei die magische Zahl für die Erzieherinnen. Dieses Jahr könnten alle die erreichen, die heute Kleinkinder sind. Pädagogisches Ziel müsse sein, das zu vermitteln, was den heutigen Kindern auf dem Weg bis hin zu ihrem Alter im Jahre 2100 diene.

In einem pädagogischen Desaster seien die Kinder der 90er Jahre aufgewachsen, fuhr der Gast aus Berlin in seinem Vortrag fort. „Alles war im Umbruch.“ Nach der Zeugnis-Note „Mittelmaß“, vergeben durch die Pisa-Studie, seien zahlreiche Kinder in dieser Zeit völlig verunsicherten Eltern und Erziehern gegenübergetreten.

Unter dem Motto „Manchmal könnt‘ ich nur noch schreien“, gab der Behindertenpädagoge und Traumatherapeut Martin Kühn anschließend Tipps zum Umgang mit eigenen Grenzen. Eine Auswahl von Workshops zu Themen wie „Fallbesprechung“, „Stimmungsmanagement bei Stress und Ärger“ oder „Kollegiale Beratung“ sowie ein Wortgottesdienst rundeten die zweitägige Veranstaltung ab.

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