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NWZonline.de Region Cloppenburg Bildung

Training mit „Anne“ soll Leben retten

27.06.2014

Friesoythe „Das ist mehr als eine Puppe. Das ist kostbarer Kunststoff“, sagte Bernd Wessels, Geschäftsführer des Friesoyther Marienhospitals, jetzt im Forum des Elisabethhauses. Dieser kostbare Kunststoff in Form einer Frauengestalt hat sogar einen Namen: Anne. Es handelt sich dabei um eine Reanimationspuppe und ist in zweierlei Hinsicht kostbar. Zum einen kann „Anne“ ab sofort im Krankenhaus zu Schulungszwecken eingesetzt werden. Die Puppe bietet ein höchst realistisches Training der Ersten Hilfe bei Erwachsenen. Verschiedenste Notfälle – von Atemstillstand, Kammerflimmern bis zum Herzstillstand – kann man an diesem computergestützten Gerät simulieren. Zum anderen ist „Anne“ im wahrsten Sinne kostbar. Rund 11 000 Euro kostet die Puppe.

Da dem Krankenhaus das Geld für die Investition nicht zur Verfügung stand, mussten Spendengelder eingeworben werden. Da kommt Heidi Jansen ins Spiel. Sie gehört neben Anja Wickbold – beide sind Gesundheits- und Krankenpflegerinnen auf der Intensivstation – sowie Dr. Ursula Knoll, Oberärztin Anästhesie, zum Reanimationsschulungsteam des Hospitals. Vor einem Jahr haben sich die drei in diesem Bereich weitergebildet, um ihr Wissen dann an die Krankenhausmitarbeiter weiterzugeben. „Es fehlte bislang aber das nötige Schulungsmaterial“, sagte Jansen.

Sponsoren

Für die Anschaffung der Reanimationspuppe haben sich vier Sponsoren gefunden. 5000 Euro überreichte Klaus Hüls von der Spar- und Darlehnskasse Friesoythe, 3000 Euro überreichte Rainer Dullweber von Best 3 Geflügelernährung Twistringen, jeweils 2000 Euro spendeten Hans Werner Bahlmann von der Bauunternehmen Bahlmann GmbH in Neuvrees und Bernd Jansen von MJM Meatprocessing GmbH in Gehlenberg.

Die Reanimationspuppe „Anne“ wäre genau das Richtige. Also machte sie sich auf, Sponsoren für die teure Anschaffung zu suchen. Mit Erfolg. Schnell waren vier Geldgeber gefunden (siehe Infokasten). „Ich danke den Sponsoren herzlich. Sie waren sofort bereit, uns zu unterstützen“, so Jansen.

„Ein Notfall kann überall im Krankenhaus passieren. Da ist gutes Personal wichtig“, sagte Dr. Knoll. Man wolle daher durch die Schulungen sicherstellen, dass im gesamten Haus schnelle und gute Hilfe gewährleistet sei. Ebenso wichtig sei auch, dass nicht nur Pflegekräfte geschult werden, sondern so viele Bürger wie möglich. Daher biete das Reanimationsschulungsteam auch Erste-Hilfe-Kurse an, zum Beispiel für Betriebe. Auch da kommt „Anne“ dann zum Einsatz. „Nach dem Erste-Hilfe-Kursus für den Führerschein ist ja für die meisten Schluss mit Weiterbildung“, sagte Dr. Gabriele Schmitz, Oberärztin der chirurgischen Klinik und leitende Notärztin für den Landkreis Cloppenburg. Dabei müssten Basismaßnahmen immer wieder geübt werden.

Dr. Robert Greinert, ärztlicher Direktor am Marienhospital, betonte, dass es gerade auf einer Station entscheidend sei, Notfallsituationen im Team zu üben. Schließlich komme es auf jede Minute an und so wisse jeder, was er zu tun habe. Die Reanimationspuppe sei daher ein „großer Vorteil und großer Gewinn“.

„Die Bereitschaft, uns zu unterstützen, zeigt, dass wir in der Bevölkerung angekommen sind“, bedankte sich Wessels bei den Sponsoren. Gleichzeitig kündigte er an, einen Förderverein für das Marienstift anzuschieben.

Zum Abschluss demonstrierte das Reanimationsteam allen Anwesenden – darunter auch Pflegedienstleiterin Gaby Lübbers und Bernd Möller von der Stiftung –, wie umfangreich einsetzbar „Anne“ ist.

Carsten Bickschlag Redaktionsleitung Cloppenburg/Friesoythe / Redaktion Münsterland
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