• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Cloppenburg Bildung

Trauer spielerisch begreifen

14.05.2014

Nordkreis Trauer und der Verlust eines geliebten Menschen machen auch vor Kindern nicht Halt. Vielen fällt es schwer, das Geschehene zu begreifen und darüber zu sprechen. Genau hier möchte der Hospizdienst der Malteser in Friesoythe mit dem Projekt „Hospiz macht Schule“ ansetzen. Geschulte Ehrenamtliche gehen in die Grundschulen des Nordkreises, um gemeinsam mit den Schülern das Thema „Tod und Sterben“ zu beleuchten.

„Hospiz macht Schule hat es sich zum Ziel gesetzt, Kinder mit diesem Thema nicht alleine zu lassen und ihnen im geschützten Rahmen die Möglichkeit zu geben, alle Fragen stellen zu dürfen und auch beantwortet zu bekommen“, sagt Marlies Steenken, Koordinatorin des Hospizdienstes. Sie leitet das Projekt. Finanziert wird es durch Spenden. „Hospiz macht Schule“ richtet sich an Schüler der dritten und vierten Klasse. Das bundesweite Projekt wurde 2006 ins Leben gerufen.

Kommentar

Höchste

Anerkennung

Der Verlust eines geliebten Menschen kann den Hinterbliebenen den Boden unter den Füßen wegreißen und tiefe seelische Wunden hinterlassen. Besonders schlimm ist es, wenn Kinder zu Trauernden werden. Genau hier leistet der Malteser Hospizdienst Friesoythe einen wichtigen Beitrag. Spielerisch und altersgerecht sollen sich die Jungen und Mädchen der hiesigen Grundschulen im Rahmen einer Projektwoche mit dem Thema Abschied, Sterben und Tod auseinandersetzen. Geschulte Mitarbeiter begleiten sie dabei und beantworten ihre Fragen.

Die Kinder bauen gemeinsam Ängste ab und erfahren eine wertschätzende Haltung im Umgang mit Tod und Trauer. Mit ihrem Engagement tragen die Ehrenamtlichen dazu bei, dass Kinder mit ihren Gefühlen und Ängsten nicht alleine gelassen werden. Für diese wertvolle Arbeit gebührt dem Malteser Hospizdienst höchste Anerkennung.

„Ich erlebe immer wieder, dass Kinder erst gar nicht gefragt werden, ob sie mit zur Beerdigung gehen können“, sagt Marlies Steenken. Zurück blieben offene Fragen. Aber auch die Ohnmacht der Lehrer, wenn ein Schüler stirbt, sei nicht zu unterschätzen, ergänzt Gerda Spieker, leitende Koordinatorin des Hospizdienstes.

Elf ehrenamtliche Mitarbeiter des Hospizdienstes durchlaufen dafür eine zweitägige Schulung, sagt die Projektkoordinatorin. Angedacht sei, nach den Sommerferien mit den Projektwochen an den Schulen zu starten. Diese seien bereits angeschrieben. In Sechserteams sollen dann die Mitarbeiter je Schule fünf Tage lang das Projekt umsetzen. „An jedem Tag gibt es einen neuen Themenschwerpunkt. Die Themen bauen aufeinander auf“, sagt Marlies Steenken. „Die Ehrenamtlichen malen, basteln und tanzen mit den Kindern.“ Kinderbücher wie „Hat Opa einen Anzug an?“ von Amelie Fried ergänzen die Projektwoche. „Spielerisch werden die Kinder an das Thema herangeführt“, sagt Gerda Spieker. Auch ein gemeinsamer Film gehöre dazu. Als Abschluss der Projektwoche sei ein gemeinsames Frühstück denkbar, bei dem alle Beteiligten der jeweiligen Grundschule das Vermittelte reflektieren, so Marlies Steenken.

Die Einwilligung der Eltern sei Voraussetzung für die Umsetzung an den Grundschulen, sagt die Projektkoordinatorin. Daher lade der Hospizdienst gemeinsam mit den jeweiligen Schulen vorab zu einem Elternabend ein.

Neben dem Besuch in den Grundschulen wolle der Hospizdienst seine Arbeit auch auf die Kindergärten ausweiten, sagt Marlies Steenken. Dort sei das Projekt „Gib mir Sicherheit“ in Planung. Zudem sei angedacht, im Saterland und Barßel Kontaktstellen für Trauernde einzurichten, um die Menschen noch intensiver begleiten zu können, sagt sie.

Melanie Jepsen
Varel
Redaktion Friesland
Tel:
04451 9988 2504

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.