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NWZonline.de Region Cloppenburg Bildung

Unterricht auf Saterfriesisch begeistert

14.06.2013

Strücklingen „Uut do Oaiere kjupe litje Rupen. Älke Oai is een litje Rupe wuden“, liest eine Schülerin von einem gelben Schild ab. Dann sucht sie das passende Foto dazu an der Tafel. Dieses zeigt kleine Raupen, die gerade aus ihren Eiern schlüpfen. Die Erstklässlerin nimmt das Schild und bringt es unter dem Foto an. „Goud“, lobt Lehrerin Monika Olling ihre Schülerin. Und auch die anderen Kinder lesen Sätze ab und finden die richtigen Bilder dazu.

Nachdem es bereits seit Jahren Arbeitsgemeinschaften gibt, in denen die Schüler freiwillig Saterfriesisch lernen können, findet an der Marienschule in Strücklingen auch Unterricht auf Seeltersk statt – genauer gesagt im Sachkunde-, Religions- und Mathematikunterricht in der Klasse 1b.

Zu Beginn des Schuljahres wurde das auf fünf Jahre ausgelegte Modellprojekt, das von der Oldenburgischen Landschaft und dem Niedersächsischen Kultusministerium gefördert wird, gestartet – und das nicht nur an der Marienschule, sondern auch an der Litje Skoule Skäddel in Scharrel, wo den Mathematikunterricht auf Saterfriesisch Ingeborg Remmers übernimmt (die NWZ  berichtete).

Am Donnerstagvormittag nahmen Cornelia Nath, Leiterin des Plattdütskbüros der Ostfriesischen Landschaft und Mitglied der Fachgruppe Niederdeutsch und Saterfriesisch sowie Herma Knabe, Koordination des Projektes „Ostfriesland und das Saterland als Modellregionen für frühe Mehrsprachigkeit“ sowohl in Scharrel, als auch in Strücklingen an einer Unterrichtsstunde teil. „Wir wollen sehen, wie der Unterricht auf Saterfriesisch klappt und ein Gefühl dafür bekommen, welche Fähigkeiten die Kinder erlernt haben“, sagte Cornelia Nath.

In der Marienschule wurden sie gleich zu Beginn mit einem Lied auf Seeltersk von den Schülern begrüßt. Danach wurde die Geschichte der kleinen Raupe Nimmersatt in der saterfriesischen Sprache vorgelesen, denn in der Sachkundestunde drehte sich alles um Raupen, aus denen Schmetterlinge werden.

Cornelia Nath und Herma Knabe zeigten sich vom Unterricht an beiden Schulen begeistert. „Es ist erstaunlich, mit welcher Selbstverständlichkeit sich die Kinder in der Sprache bewegen“, sagte Cornelia Nath, „auch wenn sie nicht alle Wörter verstehen, verstehen sie doch, was die Lehrerinnen ihnen vermitteln wollen“. Ganze Sätze würden die Erstklässler nach Angaben von Monika Olling zwar noch nicht sprechen können, aber einzelne Wörter würden sie bereits benutzen. Im Matheunterricht sei es da mit den Zahlen einfacher.

Wichtig sei, dass die Kinder erst einmal Seeltersk verstehen lernen, sagte Cornelia Nath. „Am Anfang haben die Kinder mich oft gefragt, ob ich bestimmte Sachen nicht noch einmal auf Hochdeutsch sagen könnte. Das ist jetzt nicht mehr der Fall“, berichtete Monika Olling.

Derzeit lässt sich eine Kollegin von ihr in einem Sprachkursus ausbilden. Nach der Sommerpause wird sie ihr Erlerntes in einer Arbeitsgemeinschaft anwenden.

Tanja Mikulski
Friesoythe
Redaktion Münsterland
Tel:
04491 9988 2902

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