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NWZonline.de Region Cloppenburg Bildung

gedenkfeier: Weiße Rosen gegen das Vergessen

10.11.2011

FRIESOYTHE „Lassen sie uns diesen Tag nie zu einer Pflichtveranstaltung werden lassen.“ Diese mahnenden Worte sprach voller Sorge der Oldenburger Rabbiner Jona Simon am Mittwoch bei einer Gedenkveranstaltung zur Reichspogromnacht am 9. November 1938 im Franziskushaus. Zumindest für diese Veranstaltung brauchte er sich darüber keine Sorgen zu machen.

Die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit überreicht jedes Jahr am 9. November einen Leuchter an eine Schule – um an die Judenverfolgung während des NS-Regimes zu erinnern, um der Opfer zu gedenken, um zum Miteinander zu mahnen, um ein Zeichen gegen Fremdenhass zu setzen. Im vergangenen Jahr hatte das Albertus-Magnus-Gymnasium den Leuchter übernommen. Nun gaben die Gymnasiasten die Leuchte weiter an Schüler der Sophie-Scholl-Schule in Altenoythe. Die Feierstunde dazu war würdig, stimmte nachdenklich, berührte.

Rabbiner Simon erinnerte daran, dass „die Nazis keine abstrakte Gruppe waren“. Verantwortlich seien damals Menschen gewesen, die auch nach 1945 weiter in diesem Land lebten und arbeiteten. „Verantwortlich sind auch die, die davon wussten und es billigten.“ Voller Sorge zeigte sich der jüdische Geistliche, weil Übergriffe auf Ausländer, Behinderte oder Andersdenkende immer noch Teil des Lebens seien – er nannte zahlreiche Beispiele. Jona Simon sagte auch: „Es tut gut, in die Gesichter von aufrechten Menschen zu blicken.“

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Michael Bode erinnerte als Direktor des Caritas Vereins Altenoythe daran, dass unter den Nationalsozialisten behindertes Leben ungewolltes Leben war: „Es ist eine Ehre, diesen Leuchter als Mahnmal beherbergen zu dürfen.“ Schon der Name der Schule setze ein Zeichen für die Verantwortung, die die heutige Generation dafür trage, „zu verhindern, dass so etwas jemals wieder passieren kann.“ Sophie Scholl wurde im Alter von 21 Jahren 1943 hingerichtet, weil sie sich in der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ gegen die Diktatur der Nationalsozialisten aufgelehnt hatte. Es waren weiße Rosen aus Krepppapier, die die behinderten Schüler der Sophie-Scholl-Schule im Publikum verteilten. Denn: „Zukunft braucht Erinnerung. Es ist wichtig nicht zu vergessen, aber es ist auch wichtig, zu vergeben“, wie die Leiterin der Sophie-Scholl-Schule, Anne-Kathrin Oltmanns, sagte.

Sie dankte auch Dechant Michael Borth dafür, dass die Gedenkfeier im Franziskushaus stattfinden konnte. Auch der evangelische Pfarrer Lennart Krauel und Vertreter der Stadt Friesoythe nahmen an der Gedenkfeier teil. Als sich alle Gäste wieder auf den Weg machten – in ihr normales Alltagsleben – trug jeder eine weiße Rose im Knopfloch oder Revers: ein Zeichen gegen das Vergessen.

Anja Biewald Berne/Lemwerder / Redaktion Brake
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