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NWZonline.de Region Cloppenburg Blaulicht

Eine ganze Gemeinde steht unter Schock

09.02.2019

Apen /Tange /Barßel Nach einem tragischen Bootsunglück in der Nacht zu Sonnabend auf dem Barßeler Tief, bei dem eine 24-Jährige und ein 27-Jähriger aus Barßel ums Leben kamen, ist die Gemeinde Barßel bestürzt. Freunde und Bekannte legten am Sonnabend Blumen und Fotos an der Unglücksstelle nieder.

Das 37. Barßeler Hafenfest, zu dem bis zu 40 000 Besucher erwartet wurde, wurde vom Veranstalter sofort beendet. Auch der Betreiber der Diskothek Tange hatte für Sonnabendabend seine Veranstaltung abgesagt.

Große Betroffenheit

Los ging das Hafenfest zunächst am Freitagabend mit der „Hafenfest-Sause“. Doch dann kam es gegen 2 Uhr auf dem Barßeler Tief im Bereich der Gemeinde Apen zu dem tragischen Bootsunfall, an dem acht Personen beteiligt waren. Zwei Sportboote waren zusammengestoßen.

Die Gemeinde stehe unter Schock, zum Feiern sei niemanden mehr zumute, so Johannes Budde, Vorsitzender des Tourismusvereins Erholungsgebiet Barßel-Saterland am Sonnabend. „Letztendlich sind wir aufgrund der Tragik zu dem Ergebnis gekommen, das Fest komplett abzusagen“, erklärte Bürgermeister Nils Anhuth.

Große Betroffenheit gab es auch bei den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Barßel, die sofort ihre Zelte abbrachen, obwohl das Fest da noch nicht abgebrochen war. Der bei dem Unfall zu Tode gekommene 27-Jährige war seit vielen Jahren Mitglied der Feuerwehr. „Die Betroffenheit bei den Kameraden ist sehr groß. Der Verstorbene war ein wunderbarer Kamerad. Alle sind noch sehr geschockt und traurig“, sagte Gemeindebrandmeister Uwe Schröder. Beim Feuerwehrhaus wurde Halbmast geflaggt.

Derweil begannen die Vereine mit dem Abbau ihrer Buden und Stände. „Das Ereignis ist mehr als traurig. Da macht es keinen Sinn einfach so weiter zu machen“, sagte der Vorsitzende des Bürger-und Heimatvereins, Josef Wagner.

Dass die Anteilnahme groß ist, zeigte sich auch am Sonntag während der Morgenmesse in der voll besetzen Kirche in Barßel. Pfarrer Ludger Becker (katholische Kirchengemeinde St. Ansgar) hielt den Gottesdienst. Auch er begrüße, dass das Hafenfest beendet wurde. Zusammen mit Pastor Thomas Perzul (evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Elisabethfehn) betreut er die Angehörigen. Bekannte und Freunde der Verunglückten versuchen derzeit, in Gruppen gemeinsam das Geschehene zu verarbeiten.

Beide Boote waren mit jeweils vier Personen besetzt. Die Todesopfer seien Insassen des angefahrenen Bootes gewesen, sagte Polizeisprecher Frank Vehren. „Es sieht fast so aus, als ob die Boote übereinander gefahren sind.“ Wahrscheinlich seien die Insassen durch die Schiffsschraube am Kopf verletzt worden. Der 27 Jahre alte Bootsführer und die 24-jährige Insassin waren sofort tot.

Im Hafen gestartet

Fünf Verletzte wurden in Krankenhäuser gebracht. Eine 23-jährige lebensbedrohlich Verletzte aus Bremen wurde sofort operiert. Mittlerweile sei sie stabil, teilte die Polizei am Sonntagmittag mit. Die anderen vier Personen sind wieder zuhause.

Die Polizei geht davon aus, dass sich die beiden Gruppen kannten. Die meisten von ihnen kamen aus Barßel und der Region. „Zwei Cousinen waren auf zwei Boote verteilt“, sagte der Polizeisprecher. Den Ermittlungen zufolge waren beide Boote im Barßeler Hafen gestartet. Ob die jungen Leute dort gefeiert hatten, konnte die Polizei nicht sagen.

Die Ermittler prüfen, ob sie Alkohol getrunken hatten. Von allen Beteiligten seien Blutproben genommen worden. Die Leichen würden obduziert. Ergebnisse solle es voraussichtlich am Dienstag geben, so die Polizei. Ob die Boote zur Unglückszeit Licht anhatten, ist noch unklar. Es ist erlaubt, nachts auf dem Fluss zu fahren.

Ermittlungen dauern an

Am Sonntag meldete sich auch Johannes Berkenheger aus Barßel zur Wort. Er ist Kapitän a.D. und hat 30 Jahre lang das Museumsschiff „Angela von Barßel“ gefahren.

Auch er sprach von einem bedauerlichen Unfall, der allerdings hätte verhindert werden können. Er bringt jedes Frühjahr 4000 Exemplare des Heftes „Kurs auf Barßel“ kostenlos für Bootsfahrer heraus. Das Heft liegt in vielen lokalen Geschäften aus.

„Dort stehen alle Maßnahmen, wie man sich auf dem Wasser verhalten soll, drin“, sagte Berkenheger. „Der Unfall hätte verhindert werden können, wenn die Jugendlichen dort einmal reingeschaut hätten“, so der Barßeler weiter.

Zur Unfallursache konnte die Polizei bis Sonntagabend noch nichts Genaueres sagen. Die Ermittlungen dauern an.


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Tanja Mikulski Friesoythe / Redaktion Münsterland
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