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NWZonline.de Region Cloppenburg Blaulicht

Wehr blickt zurück und voraus

21.08.2019

BÖsel Mit schwerem Gerät wird auf dem Gelände bei der Freiwilligen Feuerwehr Bösel gearbeitet: Vorboten der Zukunft. Denn das Feuerwehrhaus wird erweitert. Zur Feier des 100-jährigen Bestehens der Freiwilligen Feuerwehr Bösel im nächsten Jahr sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

1882 war für das Herzogtum Oldenburg und das Königlich Preußische Jadegebiet der Oldenburgische Feuerwehrverband gegründet. Die Feuerwehr Bösel kam im Jahr 1920 hinzu. Allerdings hat es schon weit vor Gründung eine Gemeindefeuerwehr gegeben, berichtet die Dorfchronik. Aber auch jeder Hausbesitzer musste Feuerpatsche, Nothaken und Löscheimer bereit halten. Eine erhebliche finanzielle Belastung bedeutete die Anschaffung einer Feuerspritze: 450 Mark. Die Gemeinde Bösel musste dafür mehrere Grundstücke verkaufen.

Die Brandbekämpfung stand seinerzeit unter der Leitung des Gemeindevorstehers. Dabei musste jeder Mann im Alter zwischen 18 und 50 Jahren helfen. Wer ein Pferd besaß, musste damit zum Spritzenhaus kommen, damit die Feuerspritze bewegt werden konnte.

Dass dieses Hilfesystem nicht wirklich zielführend war, zeigte sich spätestens 1919, kurz nach dem Ersten Weltkrieg, als ein großes Feuer ausgebrochen war. Die Schäden waren vor allem deshalb so beträchtlich, weil „mit Wassereimern oder Löschgeräten ähnlicher Wirkungsmöglichkeit“ sowie einer „nicht organisierten Feuerlöschtruppe“ nicht effektiv genug gelöscht werden konnte.

Den Anstoß zur Gründung der Feuerwehr gab Gemeindevorsteher Heinrich Lübben. Unterstützt von einigen Ratsherren und Amtsbrandmeister Heitkamp aus Barßel wurde die Freiwillige Feuerwehr schließlich am 20. Mai 1920 aus der Taufe gehoben. Erster Hauptmann wurde Johann Bley, Osterloh.

In der Folge wurde die Feuerwehr auf professionellere Füße gestellt: neue Ausrüstung und die Ausbildung erfolge in der Feuerwehrschule in Loy. Die Handdruckspritze wurde auf einen Leiterwagen installiert. Um etwa 1930 wurde eine Tragkraftspritze mit einer Leistung von 550 Litern pro Minute angeschafft. Untergebracht wurde die Wehr im alten Schulgebäude. 1935 wurde ein Feuerwehrwagen angeschafft, zudem eine weitere Tragkraftspritze. Der Wagen wurde Ende des Zweiten Weltkriegs von Wehrmachtssoldaten auf ihrem Rückzug mitgenommen und später hinter Bremen wiederentdeckt.

Nach dem Krieg wurde das Löschwesen in Bösel wesentlich verbessert. 1959 wurde ein Löschgruppenfahrzeug (LF 8) angeschafft, 1960 ein Tanklöschfahrzeug (TLF 16 T). 1978 erwarb die Gemeinde ein neues Löschgruppenfahrzeug (LF 8), 1984 kam ein Tanklöschfahrzeug (TLF 16/33) hinzu, 1990 ein Einsatzleitwagen und 1997 ein weiteres TLF (16/46), so die Gemeindechronik.

Im September 1999 erhielt die Freiwillige Feuerwehr ihr eigenes Domizil: Das ehemalige Flüchtlingswohnheim an der Garreler Straße wurde zum Feuerwehrhaus umgebaut. Die Arbeiten dazu dauerten bis zum Jahr 2000, Kosten: rund 900 000 D-Mark. Am 21. April 2001 wurde das neue Feuerwehrhaus mit Fahrzeughalle, vier Fahrzeugen, einer Waschhalle und Sozial- und Sanitärräumen offiziell eingeweiht – das Gebäude, das nun erweitert wird.

Auf Initiative des damaligen Gemeindebrandmeisters Franz Schwalm wurde 1962 die Jugendfeuerwehr gegründet – die erste im Landkreis Cloppenburg.

Im Spätsommer 1974 trieb ein Brandstifter in Bösel sein Unwesen und hielt die Feuerwehr in Atem. 14 Mal musste die Feuerwehr innerhalb kurzer Zeit ausrücken. Ganze Hofanlagen fielen den Flammen zum Opfer.

Eine weitere Bewährungsprobe hatte die Feuerwehr vor 20 Jahren zu bestehen: Im Juli 1999 wütete ein Großfeuer in der Werks- und Produktionshalle des damaligen Kunststoff-Recycling-Betriebs Hänel im Industriegebiet Steinwitten. Wie sich herausstellte, war ein Brandstifter am Werk. Neun Feuerwehren unterstützten die Böseler Kameraden. Rund 170 Feuerwehrmänner waren im Einsatz. Der Schaden: mehrere Millionen D-Mark.

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Reiner Kramer stv. Redaktionsleitung Friesoythe / Redaktion Münsterland
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