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NWZonline.de Region Cloppenburg Blaulicht

Kinderpornos – Wiederholungstäter muss nicht ins Gefängnis

14.11.2017

Cloppenburg Einem 51 Jahre alten Mann aus Cloppenburg, der massenhaft Kinderpornografie besessen und verbreitet hat, bleibt das Gefängnis erspart. Das Oldenburger Landgericht hat am Montag die Berufung der Staatsanwaltschaft Hannover gegen ein Urteil des Cloppenburger Amtsgerichts verworfen.

Die Staatsanwaltschaft Hannover als Zentralstelle zur Bekämpfung von Kinderpornografie war für den Fall zuständig gewesen. Mit dem Amtsgerichts-Urteil zeigte sie sich nicht einverstanden, war der Angeklagte erstinstanzlich doch zu 19 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden.

Die Staatsanwaltschaft wollte die Aussetzung der Strafe zur Bewährung verhindern und den Angeklagten ins Gefängnis schicken. So ganz unverhältnismäßig war diese Forderung auch nicht. Bei einer Hausdurchsuchung waren auf mehreren Computern des Angeklagten große Mengen Dateien mit kinderpornografischen Inhalten gefunden worden.

Nachts stellte der 51-Jährige sein „Material“ auch anderen Nutzern zur Verfügung. Damit nicht genug. Im Jahre 2010 war der Angeklagte schon einmal wegen gleicher Delikte verurteilt worden. Er ist einschlägig vorbestraft.

Der Angeklagte machte für das unglaubliche Geschehen seine Schlafstörung verantwortlich. Könne er durchschlafen, würde es nicht zu den Taten kommen, meinte er.

Doch mit solchen als Schutzbehauptung eingestuften Ausreden kann man eine Staatsanwaltschaft nicht beeindrucken. Das musste auch der Angeklagte erkennen. Und dennoch gab es Fakten, welche die vom Cloppenburger Amtsgericht ausgesprochene Bewährung nach Überzeugung des Landgerichtes rechtfertigte.

Der Angeklagte hat ein umfassendes Geständnis abgelegt sowie Reue und Einsicht gezeigt. Direkt nach Aufdeckung der Taten hatte er sich einer intensiven Therapie unterzogen, die am Montag als erfolgreich nachgewiesen werden konnte.

Und die Schlafstörungen wurden von einem Psychiater als Teil einer Persönlichkeitsstörung eingestuft, die nun mit Medikamenten behandelt wird. Der Gutachter bescheinigte dem Angeklagten auch eine Internetsucht und damit eine verminderte Schuldfähigkeit.

Der Angeklagte bleibt auch weiterhin in Therapie und steht unter Beobachtung. All das führte am Montag dazu, dass die Berufungskammer – wie zuvor schon das Amtsgericht – dem Angeklagten eine günstige Sozialprognose stellte. Die ist Vorbedingung für eine Bewährungsstrafe. Als Bewährungsauflage muss der Angeklagte unter anderem 2000 Euro an die Opferhilfe zahlen.