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NWZonline.de Region Cloppenburg Blaulicht

„Feuerwehr-Ehe“ hält sehr lange

30.09.2019

Cloppenburg „Die Feuerwehr ist wie eine große Familie – hier findest du immer Freunde“, sagt Ulrich Behrens und erntet zustimmendes Kopfnicken. Mit vielen langjährigen Feuerwehrmitgliedern, die genau wie der 61-jährige Behrens die „Schule“ der Jugendfeuerwehr durchlaufen haben, erinnert sich der Cloppenburger an seine Zeit in der Nachwuchsorganisation. Denn diese wurde am 20. September 1969 gegründet und hat nun ihren 50. Geburtstag gefeiert (die NWZ berichtete).

Notlagen erkennen

Warum halten die Feuerwehrleute ihrem Hobby eigentlich so lange die Treue? „Nach acht Jahren Jugendfeuerwehr hat man den Virus einfach drin“, sagt Matthias Middendorf. Und auch Michael Nipper bestätigt, dass einem schon in der Nachwuchs-Wehr eingeimpft wird, anderen zu helfen und Notlagen zu erkennen. „Wenn wir einen Unfall sehen, halten wir an und kümmern uns“, sagt der 56-jährige Cloppenburger.

Für Feuerwehr-Pressesprecher Björn Lichtfuß stand beim Eintritt in die Wehr auch die „Faszination Blaulicht“ im Fokus. Nach dem Cityfest 1993 stand er zum Abholen bereit an der Straße, als ein Feuerwehrauto an ihm vorbeibrauste. „Da habe ich mir gedacht, das schaue ich mir mal an. Spannend war es anfangs auch, mit dem Martinshorn durch die Nacht zu fahren. Dies nimmt im Laufe der Jahre allerdings ab.“

Gibt auch Quereinsteiger

Aber auch die schon angesprochene Kameradschaft lässt die Bande zum Hobby wachsen, sagt Wilfried Düwel. So treten mittlerweile immer häufiger auch „Quereinsteiger“ in die Wehr ein, oder Zugezogene finden über das Hobby einen guten Zugang zu Cloppenburg.

Andererseits würden vor allem die Jüngeren abwandern, wenn es zum Studium in eine andere Stadt gehe oder die Schule oder die Ausbildung Vorrang hätten: „Mein Sohn war zehn Jahre lang wegen des Studiums und Auslandsaufenthalten weg. Die Logistik fürs Pfingstzeltlager der Jugend hat er trotzdem weiter übernommen. Und mittlerweile ist er auch wieder in der aktiven Wehr zurück“, berichtet der 62-jährige Middendorf.

„Diese Heirat hält länger als andere Ehen“, lacht Ulrich Behrens. Dabei ist allen Feuerwehrleuten klar – wenn der Partner nicht mitspielt, kann so ein Hobby nicht ausgeführt werden. „Unsere Frauen gehen nie ohne eigenes Portemonnaie mit uns essen. Kann ja sein, dass wir zum Einsatz gerufen werden“, berichtet Nipper. Und auch andere Hobbys kommen zumindest für diese eingefleischten Feuerwehrmänner nicht in Betracht: „Kein Fußball, kein Kegeln – Feuerwehr war schon immer das einzige Hobby“, sagt Wilfried Düwel.

Zeitintensives Hobby

Wie zeitintensiv das Ehrenamt bei der Feuerwehr sein kann, ist den Kameraden in Cloppenburg vor allem in den vergangenen Monat immer wieder bewusst geworden. Seit Mai halten Brände – häufig auch mehrere Feuer in einer Nacht – die ganze Stadt in Atem. Mittlerweile hat die Cloppenburger Wehr schon rund 200 Einsätze gefahren – 189 waren es im gesamten Jahr 2018.

Übermäßig belastet seien die Kameraden deswegen nicht, meint Björn Lichtfuß: „Die Einsätze verteilen sich auf viele Schultern. Klar, die Gruppenleiter oder die Stadtbrandmeister rücken zu jedem Einsatz aus. Aber personell sind wir besser aufgestellt als so manche Berufsfeuerwehr.“ Prinzipiell sei es aber schon so, dass die Kameraden die Einsätze noch einige Tage mit sich herumschleppten. Das Erlebte könne in Gesprächen verarbeitet werden, meint Ulrich Behrens.

Probleme mit Arbeitgebern – gerade wegen der aktuell vielen Alarmierungen – sind Lichtfuß nicht bekannt. „Ich denke, das hat sich mit den Jahren eingependelt. Wenn der Arbeitgeber vorher schon komisch guckt, dann muss ich halt sehen, ob ich das Ehrenamt noch so weitermachen kann. Da kann ich nur an den eigenen Verstand appellieren, das mit dem Arbeitgeber abzusprechen“, sagt der Feuerwehr-Pressesprecher.

Firma sagt Danke

Ein Dankeschön für den unerbittlichen Einsatz der mehr 90 Feuerwehrmitglieder in den vergangenen Monaten möchte derweil der Cloppenburger Geschäftsmann Heinz-Jürgen Grimme, Inhaber von Bley-Haushaltswaren, mit einem Grillfest aussprechen. „Es sind alles Mitarbeiter aus Betrieben, die selbstlos diese Einsätze in extremer Vielzahl leisten. Das hat unser Unternehmen veranlasst, eine Dankeschön-Aktion zu fahren“, heißt es in einem Schreiben der Cloppenburger Firma. Die Aktion solle im kommenden Jahr durchgezogen werden.

Und Danke kann man trotz der Erfüllung, die die Kameraden in ihrem Ehrenamt haben, nicht oft genug sagen.


Mehr Infos unter   www.feuerwehr-cloppenburg.de 
Mareike Wübben Cloppenburg / Redaktion Münsterland
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