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NWZonline.de Region Cloppenburg Blaulicht

Lager vom Marktcafé Hofrogge brennt

01.08.2019

Cloppenburg An einer Katastrophe vorbeigeschrammt ist am späten Dienstagabend das traditionsreiche und beliebte Marktcafé Hofrogge. Aus bislang ungeklärter Ursache – so die Polizei am Mittwochmorgen – sei das zehn mal 20 Meter große – komplett mit Efeu bewachsene – Lagerhaus des renommierten Restaurants in Brand geraten.

Niemand verletzt

Vor allem dem schnellen Eingreifen der Feuerwehren aus Cloppenburg und Löningen ist es zu verdanken, dass in dem dicht bebauten Gebiet im Bereich „Am Markt/Löninger Straße“ Schlimmeres verhindert wurde. Die Cloppenburger Feuerwehr war per Sirenenalarm alarmiert worden, der Feuerschein deutlich in der gesamten Innenstadt zu sehen gewesen. Verletzt wurde zum Glück niemand.

Nachbar bemerkt Brand

Den Brand bemerkt hatten Werner und Hilde Meyer, die noch eine Runde mit ihrem Schäferhund gedreht hatten. Das Ehepaar, das auch erster Nachbar von Hofrogge ist, kam von der Eschstraße. „Meine Frau fragte: ,Was riecht das hier so?’. Dann hörten wir es knistern und haben das Feuer neben dem Container brennen gesehen“, erzählt der völlig übermüdete Nachbar am Mittwochmorgen. Nach seiner Aussage hat das Efeu am Schuppen gebrannt. Er rief um 22.12 Uhr den Notruf. Seine Frau Hilde lief derweil ins Restaurant, um den Gästen Bescheid zu geben.

Bei Hofrogge selber hatte bis dahin offenbar niemand etwas vom Feuer mitbekommen. Werner Meyer schob noch einen Container am Lagerhaus zur Seite, holte dann seinen Gartenschlauch von Zuhause und versuchte, das Feuer zumindest ein bisschen einzudämmen. „Innerhalb von einer Minute waren die Flammen bis ans Dach gekommen, und es stand in Brand. Das war heftig, Wenn wir nicht gekommen wären, hätten die Gäste im Restaurant nichts bemerkt“, erzählt der Auktionator.

Die Feuerwehr sei schnell am Einsatzort gewesen. Sie habe noch die Bewohner angrenzender Wohnungen aus ihren Betten geholt und Autos aus der Gefahrenzone bringen lassen, so Meyer. 60 Kameraden in 14 Fahrzeugen – darunter zwei Drehleitern und mehrere Tanklöschfahrzeuge – waren laut Polizeiaussagen vor Ort und konnten ein Übergreifen der Flammen auf das Restaurant verhindern.

Andere Leute hat das Ehepaar am Brandort derweil nicht gesehen, der Brand muss aber erst kurz vorher entstanden sein, sind sich die Cloppenburger sicher. Und dass die Meyers überhaupt zu so später Stunde noch unterwegs waren, ist auch eher ein glücklicher Zufall. Die Cloppenburger kamen über die B 213 aus Wildeshausen und entdeckten auf Höhe der Damwild-Weide kurz vor Cloppenburg ein paar ausgebüchste Tiere. Die Meyers sagten den Besitzern Bescheid und kamen viel später Zuhause an, als eigentlich geplant war. Und sie waren auch nur deswegen noch so spät mit ihrem Schäferhund unterwegs.

Den Mitgliedern der Inhaberfamilie Hofrogge stand am Mittwochmorgen gegen 8.45 Uhr noch der Schrecken ins Gesicht geschrieben. Was wohl passiert wäre, wenn es nicht am späten Abend, sondern in der tiefen Nacht gebrannt hätte – und das Feuer somit nicht so schnell entdeckt worden wäre, fragte sich Inhaber Ferdinand Hofrogge jun, während seine Frau Susanne mit den ermittelnden Polizeibeamten sprach. Thomas Hofrogge, Bruder von Ferdinand, bemerkte, dass man vergleichsweise glimpflich davongekommen sei.

Am Morgen standen noch zahlreiche Bierflaschen und diverse Gläser im Hofroggeschen Biergarten am Markt. Dieser war zum Zeitpunkt des Brandausbruchs noch voll besetzt gewesen. Nach Angaben von Feuerwehr-Pressesprecher Björn Lichtfuß hatte die Evakuierung sehr gut geklappt. Die Gäste hätten den Einsatzort schnell verlassen und das Löschgeschehen aus sicherer Entfernung vom Marktplatz aus verfolgt. Zudem waren auch zahlreiche Schaulustige an den Brandort geeilt.

Efeu brennt wie Zunder

Durch die Hitze der vergangenen Tage und Wochen war das Efeu, das komplett das Dach und die Wände berankt, sehr trocken gewesen. Deshalb – so Lichtfuß weiter – habe sich das Feuer schlagartig über das Dach ausbreiten können. Mit einem massiven Wassereinsatz sei es aber gut zu löschen gewesen, das Gebäude selbst habe offenbar nicht gebrannt – was die Polizei am Mittwoch bestätigte.

Die Nachricht vom Brand sowie zahlreiche Fotos und Videos breiteten sich rasend schnell in den sozialen Netzwerken aus. Etliche User machten sich große Sorgen um die Inhaberfamilie und deren über die Stadtgrenzen hinaus geschätztes Lokal, das vor allem für seine gegrillten Fleischgerichte bekannt ist.

Laden Freitag wieder auf

Susanne Hofrogge bedankte sich noch in der Nacht über Facebook für die Anteilnahme. „Es ist nur ein Sachschaden. Die Ausmaße sind dank des schnellen Eingreifens der Feuerwehr Cloppenburg/Löningen/DRK und der Polizei überschaubar. Leider müssen wir den Laden morgen und Donnerstag zu lassen. Das Team Hofrogge und ich geben uns Mühe, den Betrieb am Freitag wieder aufzunehmen.“

Brandursache unklar

Ob ein Zusammenhang zwischen den jüngsten Bränden im Innenstadtgebiet bestehe, sei weder auszuschließen noch deute derzeit etwas auf einen Zusammenhang hin, erklärte Polizei-Pressesprecherin Maren Otten am Mittwochmorgen. Die Brandursache sei derzeit nicht eindeutig festzustellen. Daher solle ein externer Gutachter zur Ermittlung der Brandursache hinzugezogen werden. Wann dieser ein Ergebnis mitteilen könne, sei derzeit nicht bekannt, so Otten.

Doch allein der Ort des Brandes gibt vielen Bürgern ein äußerst ungutes Gefühl. Denn in den vergangenen Wochen hatte es immer wieder im Bereich des Marktplatzes gebrannt. In den meisten Fällen ist bereits Brandstiftung von der Polizei bestätigt worden. Zuletzt waren zwei Dienstfahrzeuge der Kreisverwaltung durch Brände beschädigt worden, außerdem wurde in letzter Sekunde verhindert, dass die Flammen von einem mit Stroh beladenen landwirtschaftlichen Anhänger auf die Markthalle übergreifen konnten.

Mareike Wübben Cloppenburg / Redaktion Münsterland
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Carsten Mensing Cloppenburg / Redaktion Münsterland
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