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NWZonline.de Region Cloppenburg Blaulicht

18-jährigen Flüchtling verprügelt

20.02.2019

Cloppenburg Weil er einen Flüchtling wegen einer angeblichen Vergewaltigung verprügelt hat, hat das Cloppenburger Amtsgericht am Dienstag einen 20 Jahre alten Mann aus Cloppenburg wegen Körperverletzung zu einem Schmerzensgeld von 300 Euro verurteilt.

Stiefschwester involviert

Die Stiefschwester des Angeklagten hatte den Flüchtling kennengelernt. Bei der 18-Jährigen daheim war es zum Austausch von Zärtlichkeiten gekommen. Doch bald machte die Runde, dass der Flüchtling mehr getan haben könnte, als die 18-Jährige wollte.

Schreckschusspistole

In diesem Sinne soll die 18-Jährige ihren Stiefbruder (den jetzigen Angeklagten) informiert haben. Der Angeklagte wollte nun die angebliche Vergewaltigung rächen. Zusammen mit einem Freund hatte er den jungen Mann unter dem Vorwand, einen vergessenen Pullover zurückzugeben, kontaktiert und dann verprügelt.

Er soll den Flüchtling auch mit einer Schreckschusspistole bedroht haben. Der Angeklagte hatte das bestritten. Der Flüchtling habe ihn angefasst, dann habe er diesen geschubst, so der Angeklagte.

Das Gericht glaubte das aber nicht. Wenig später nach der Tat hatte der Angeklagte auch versucht, die Anschrift des Flüchtlings herauszubekommen. Er habe sich entschuldigen wollen. Aber auch das glaubte das Gericht nun wirklich nicht.

Prügel für nichts

Flüchtling zusammengeschlagen und bedroht: Und das für nichts. Die Staatsanwaltschaft hat das Verfahren wegen der angeblichen Vergewaltigung eingestellt. Da war offenkundig nichts dran gewesen, zumindest ließ sich nichts klären.

Selbstjustiz

Zugunsten des Angeklagten wertete das Gericht, dass er wirklich geglaubt hatte, seine Stiefschwester sei vergewaltigt worden. Aber erst einmal losziehen und einen anderen zu Unrecht bestrafen, akzeptierte das Gericht in keiner Weise. Das sei das Problem mit der Selbstjustiz, man wisse nie, wen es treffe, Schuldige oder Unschuldige, sagte die Vorsitzende Richterin zu dem Angeklagten.

Keiner Schuld bewusst

300 Euro gehen nun an den Flüchtling, der sich keiner Schuld bewusst war.

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