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NWZonline.de Region Cloppenburg Blaulicht

Mehrheit der Cloppenburger will Radlern Vorrang einräumen

15.11.2017

Cloppenburg Ist es sinnvoll, Fahrradstraßen in Cloppenburg einzurichten? Diese Frage stellte die NWZ am Samstag online ihren Lesern. 63 Personen machten mit – und das Ergebnis ist relativ eindeutig: 59 Prozent sagen „Ja, dem Rad gehört die Zukunft und nicht dem Pkw“, während 38 Prozent für die Antwort „Nein, vor allem der Kfz-Verkehr muss zügig fließen“ stimmten. Drei Prozent votierten sowohl fürs Auto als auch fürs Rad – also neutral.

Wie berichtet, plant die Stadt, ihre neue Leitlinie „Cloppenburg auf dem Weg zur Fahrradstadt“ weiter mit Leben zu füllen. So soll die Kirchhofstraße, auf der täglich (24 Stunden) 2400 Radfahrer und 7000 Kraftfahrzeuge unterwegs sind, in die erste städtische Fahrradstraße umgewandelt werden. Die Radfahrer haben damit auf der Straße Vorrang, während im Falle der Kirchhofstraße die motorisierten Verkehrsteilnehmer mit einer Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h – rechtlich gesehen – nur geduldet sind. Denn auf einer reinen Fahrradstraße dürfen eigentlich gar keine Autos, Motorräder und Lkw fahren.

Die reine Fahrradstraße sei ein probates Mittel in der städtischen Verkehrsführung, erklärte Dirk Matthies, Leiter der ADAC-Verkehrsabteilung Weser-Ems, am Dienstag auf NWZ-Nachfrage. Wenn allerdings – wie bei der Kirchhofstraße – der Kfz-Verkehr in der Überzahl sei und die Fahrradstraße nur eingerichtet werde, um die Autos auszubremsen, widerspreche dies den verkehrsplanerischen Grundsätzen. Zudem sei eine einzelne Fahrradstraße fragwürdig, wenn sie nicht in ein Gesamtkonzept eingegliedert sei.

Die Duldung von Kfz stehe mit dem eigentlichen Grundgedanken einer Fahrradstraße im Widerspruch, sagte der Verkehrssicherheitsberater der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta, Achim Wach. Weitere Angaben wollte er nicht machen, da er die – für die Kirchhofstraße vorgesehenen – Planungen noch nicht im Detail kenne.

Derweil berichtete der Cloppenburger Klaus Imsiecke in einer E-Mail an die NWZ von seinen Rad-Erlebnissen auf der Soestenstraße, Oberen Langen Straße bzw. Löninger Straße, auf denen jetzt ein Streifen für Radler gesondert markiert ist. Dieser muss momentan von den Autos teilweise mitbenutzt werden, damit diese im Begegnungsverkehr aneinandervorbeikommen. „Mein erster Test fiel katastrophal aus“, so Imsiecke, der mit seiner Frau das Enkelkind vom Kessener Weg abholen wollte. Kaum ein Autofahrer habe Rücksicht genommen. Auf dem Rückweg zum Bührener Kirchweg sei man wieder auf den kombinierten Rad- und Gehweg gewechselt.

 Der ADFC-Kreisvorsitzende Michael Bertschik als Vertreter der Radfahrer war am Dienstag nicht zu erreichen.