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NWZonline.de Region Cloppenburg Blaulicht

Holocaust-Gedenktag: Jüdisches Leben galt Cloppenburger Erich Kassner nichts

24.01.2020

Cloppenburg /Oldenburg Die Aufarbeitung des Völkermords an den Juden sowie Sinti und Roma geschah im Nachkriegsdeutschland schleppend. Nachdem zunächst die Alliierten die Hauptkriegsverbrecher in Nürnberg angeklagt und verurteilt hatten, gab es in jeder alliierten Besatzungszone Strafverfahren gegen Verantwortliche für den Völkermord. Nachdem die deutsche Justiz für die Strafverfolgung der Nazi-Verbrechen verantwortlich wurde, erlahmten die Aktivitäten zusehends. Schließlich wurde 1958 die Zentrale Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen eingerichtet.

Doku-Film wird am Montag gezeigt

Am 27. Januar, dem 75. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz, zeigt Werkstattfilm im Kinoladen an der Wallstraße 24 in Oldenburg um 19.30 Uhr den Film „Wir glaubten, die Sonne geht nicht wieder auf“ über den großen Oldenburger NS-Prozess (Regie: Farschid Zahedi). Ab August 1965 standen in Oldenburg zwei Männer vor Gericht, die angeklagt waren, während des 2. Weltkriegs in der ukrainischen Stadt Kowel an der Ermordung Tausender Juden beteiligt gewesen zu sein: Erich Kassner aus Cloppenburg und Polizeimeister Fritz Manthei.

Sie ermittelte und übergab die Ermittlungsergebnisse an die Staatsanwaltschaften in den jeweiligen Bundesländern. So gelangte auch eine Akte nach Oldenburg, die den Cloppenburger Erich Kassner schwer belastete. Kassner (damals 52) sollte als ziviler Gebietskommissar im ukrainischen Kowel an Massentötungen beteiligt gewesen sein, außerdem sei er für die Tötung einzelner Juden und Kriegsgefangener verantwortlich.

So kam es zu einem spektakulären Prozess wegen Kriegsverbrechen vor dem Schwurgericht Oldenburg. Angeklagt war neben Kassner der Polizeimeister Fritz Manthei wegen der Ermordung von 40 Juden, Kriegsgefangenen und sogenannten Volksdeutschen sowie der Beteiligung an der Massenexekution von 11.000 Juden in den Jahren 1942 und 1943 in der Ukraine. Der „Judenmord von Kowel“ machte Schlagzeilen, auch weil es einer der längsten Strafprozesse in Oldenburg war.

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Erich Kassner, gebürtig aus Breslau, lebte zum Zeitpunkt seiner Verhaftung in Cloppenburg. Er war Sozialdemokrat, gehörte sogar dem Stadtrat der Kreisstadt an. 1963 war er verhaftet worden.

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Der Mitangeklagte Fritz Manthei war 1964 in Oldenburg verhaftet worden, als er zu einer Vernehmung als Zeuge geladen war. Nach einer umfangreichen Beweisaufnahme, der Vernehmung zahlreicher Zeugen und Sachverständiger kam das Gericht – drei Berufsrichter und sechs Geschworene (Laienrichter) – schließlich am 28. September 1966 zu einem Urteil: Beide Angeklagte mussten lebenslang ins Zuchthaus. „Das Leben eines Juden habe bei Kassner nichts gegolten“, heißt es in einem Prozessbericht in der NWZ.

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Manthei wurde 1970 aus der Haft entlassen. Er starb zwei Jahre später. Kassner wurde 1981 entlassen. Seine Spur verliert sich 1984 in Süddeutschland.

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