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NWZonline.de Region Cloppenburg Blaulicht

Zum Schutz der Patienten

31.08.2017

Cloppenburg Die Soko „Kardio“ hat ihre Ermittlungen gegen den ehemaligen Krankenpfleger Niels Högel nach drei Jahren abgeschlossen. Das unfassbare Ergebnis: Er soll 84 weitere Morde an Patienten verübt haben, zu den sechs für die er bereits eine lebenslange Haftstrafe absitzt.

Hier können Sie lesen, warum niemand Niels Högel stoppte.

Was aber können Krankenhäuser tun, um ihre Patienten zu schützen? Die NWZ hat bei dem Geschäftsführer des St. Josefs-Hospital Cloppenburg, Lutz Birkemeyer, nachgefragt.

„Anlässlich der aktuellen Ereignisse habe ich mir unsere Sterberaten noch einmal genau angeschaut und die Statistiken überprüft. Denn dort würden sich Unregelmäßigkeiten abzeichnen, wenn es welche gäbe. Deshalb sind diese Statistiken auch so wichtig für ein Krankenhaus“, erklärt er. Darüber hinaus gebe es im St. Josefs-Hospital einen Arbeitskreis, der sich mit bestimmten Sterbefällen genauer auseinandersetzt und überprüft, ob von Seiten der Ärzte, Pfleger oder Schwestern noch etwas hätte besser gemacht werden können. Falls es zu einem unnatürlichen Todesfall im Krankenhaus komme, ermittle natürlich – wie sonst auch – die Staatsanwaltschaft.

Ein ebenfalls wichtiger Kontrollmechanismus, um die Sicherheit der Patienten zu wahren, ist das sogenannte CIRS-System. CIRS steht für Critical Incident Reporting System. Es ist also ein System, in das Geschehen eingepflegt werden sollen, die in irgendeiner Form kritisch oder bedenklich sind. „Mitarbeiter können anonym eingeben, wenn ihnen Probleme oder Konflikte auffallen“, sagt Birkemeyer. Ein weiterer Arbeitskreis setze sich in regelmäßigen Abständen mit diesen Angaben auseinander und gehe ihnen nach, um zu überprüfen, was zu tun sei.

„Von dem System wird rege Gebrauch gemacht“, sagt der Klinik-Geschäftsführer. Das CIRS-System ist für den internen Gebrauch. Patienten können Angaben über das Beschwerdemanagement des Krankenhauses machen.

Das Cloppenburger Klinikum setzt das CIRS-System seit 2013 ein. Denn am 26. Februar 2013 trat damals das Patientenrechtegesetz in Kraft. Teil dieses Gesetztes war, dass es für die Krankenhäuser im Rahmen des Qualitätsmanagements verpflichtend wurde, ein CIRS-System einzurichten.

„Wir geben uns alle Mühe, unseren Patienten die maximale Sicherheit zu gewährleisten“, betont Birkemeyer.

Lina Brunnée
Volontärin, 3. Ausbildungsjahr
NWZ-Redaktion
Tel:
0441 9988 2003

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