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NWZonline.de Region Cloppenburg Blaulicht

Das traurige Bild vom leeren Schwimmbecken bleibt bis ins erste Quartal 2019

09.11.2018

Cloppenburg 1.000.000 – in Worten eine Million – Liter Wasser stehen am frühen Morgen des 24. August im Keller des Cloppenburger Soeste­bads. Also da, wo es nun gar nicht hingehört. In einigen Bereichen nur knöcheltief, in anderen, tiefer gelegenen bis zu 1,50 Meter.

Schon 76 Tage zu

Schuld an dem ganzen Dilemma ist – wie sich später herausstellt – ein defekter Überwurf im Keller. Dieser gehört zur Zuleitung eines Schwallbehälters, in dem verdrängtes Wasser zwischengespeichert wird. Kleines Teil – große Wirkung: Seit 76 Tagen ist das Soestebad komplett geschlossen. Und das wird noch bis ins erste Quartal 2019 so bleiben.

Hochkomplexe Elektro-Schaltschränke haben irreparable Schäden erlitten. Hunderte Meter Kabel müssen neu gezogen werden. Pumpen sind ebenfalls perdu, weitere technische Details aufzuzählen, würde hier den Rahmen sprengen.

Noch viele Fragezeichen

Wann das Bad genau wieder betriebsbereit ist, darauf will sich Betriebsleiter Kai Sudowe bei einem Ortstermin am Donnerstag im Bad nicht festlegen. Zu groß sind die Unwägbarkeiten: Die Schaltschränke müssen in Spezialfirmen neu verkabelt und dann vor Ort mit der Schwimmbad-Technik verbunden werden. Und ob der große Kessel, der ebenfalls zum Teil im Wasser gestanden hat, nach dem Wiederanfahren noch funktioniert, weiß ebenfalls noch keiner. Und die übervollen Auftragsbücher der Firmen tun ein Übriges...

Dennoch ist an diesem Donnerstag im Keller des Bades eine Menge los. Gleich fünf Fachleute werkeln. Und oben ist die unfreiwillige Pause dazu genutzt worden, neue Startblöcke einzubauen. Und der Drei-Meter-Sprungturm bekommt eine neue Brett-Oberfläche. Bereits am Morgen hat sich eine Bad-Angestellte eine Maler-Kluft übergeworfen, um mit einer Kollegin den Raum des Aufsichtspersonals neu zu streichen.

„Wir versuchen, unsere Mitarbeiter während der Bad-Schließung so sinnvoll wie möglich zu beschäftigen“, erklärt Sudowe. So ist ein Fachangestellter für Bäderbetriebe – im Volksmund auch Bademeister genannt – ins Saterländer Bad „verliehen“ worden, und zwei Azubis setzen ihre Ausbildung vorübergehend in Garrel fort. Weitere Mitarbeiter helfen im Rathaus bei der Vergabe von Kita-Plätzen sowie beim Aktensortieren. Und einen Kollegen hat es zum Bauhof verschlagen.

Zudem wird die Gelegenheit genutzt, Urlaub zu nehmen und Überstunden abzufeiern. Denn letztere sind nach dem Jahrhundert-Sommer in den großen Ferien ordentlich angefallen. Das Bad habe 150 Prozent mehr Gäste im Vergleich zum Vorjahr gehabt, erinnert Sudowe stolz.

Äußerst ungern denkt er dagegen an die Unmengen von Wasser im Keller zurück, auch wenn deren Beseitigung äußerst schnell und reibungslos geklappt habe. Mit ihren leistungsstarken Pumpen habe die Freiwillige Feuerwehr Cloppenburg noch am Schadenstag zwischen 11 und 15 Uhr das Wasser abgepumpt, bis 19 Uhr hätten dann die Trocknungsgeräte einer Fachfirma gestanden, so Sudowe.

Hoher Schaden

Warum konnte ein kleiner defekter Überwurf an einer Zuleitung dafür sorgen, dass ein großer sechsstelliger Schaden entstanden ist – und von dem seit Monaten geschlossenen Bad ganz zu schweigen? Gab es keinen – wie auch immer gearteten – Alarm?

Selbstverständlich – sagt Sudowe – verfügt das Soestebad über ein Meldesystem. Doch dieses habe am Katastrophentag nicht funktioniert, weil es zuvor Störungsmeldungen gegeben habe. Das sei ärgerlich, aber nun einmal so. Der Versicherer habe dem Bad jedenfalls kein Versagen vorgeworfen.

 Nach der Wiedereröffnung des Soestebades im Januar 2011 sei – so Sudowe – eine Reduzierung der Leistung der Fernwärme im laufenden Betrieb festgestellt worden. Es habe sich weiterhin herausgestellt, dass diese verminderte Leistung auf einem Planungsfehler beruhe. Dieser Mangel sei in der Vergangenheit durch bauliche Maßnahmen behoben worden. „Die entstandenen Mehrkosten für Energie, die bauliche Mängelbeseitigung und die erneuten Plankosten waren zunächst von der Stadt zu tragen und wurden von der Stadt als Schadensposition in einem Gerichtsverfahren gegen die Generalplaner geltend gemacht“, teilt die Stadt mit. Das Verfahren sei noch nicht beendet und werde noch längere Zeit andauern.

Carsten Mensing
Cloppenburg
Redaktion Münsterland
Tel:
04471 9988 2801

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