• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Markt
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Events
  • Tickets
  • nordbuzz
  • FuPa
  • Kontakt
  • Werben
NWZonline.de Region Cloppenburg Blaulicht

Eigene Kinder gequält: Landgericht bestätigt Haftstrafe

19.05.2017

Oldenburg /Löningen Wegen schwerer Kindesmisshandlung muss ein iranischer Flüchtling aus Löningen für 14 Monate ins Gefängnis. Ein Urteil des Cloppenburger Jugendgerichts ist am Donnerstag vom Oldenburger Landgericht in zweiter Instanz bestätigt worden. Der 30-Jährige hatte seinen kleinen Kindern mit heißen Gegenständen die Fußsohlen verbrannt. Bei den Kindern handelte es sich um den fünfjährigen Sohn und die erst vier Monate alte Tochter.

Die Ehefrau des Angeklagten und Mutter der Kinder hatte im Ermittlungsverfahren ausgesagt, dass der Angeklagte bereits im Iran dem kleinen Sohn mit heißen Gegenständen Brandverletzungen zugefügt habe. Er habe damit erreichen wollen, dass die Kinder Respekt lernen.

Den Feststellungen zufolge setzte sich das, was das erste Urteil als „perverse Freude“ betitelte, in Löningen fort. Der Sohn des Angeklagten hatte auch ausgesagt, dass Papa ihn auf eine heiße Herdplatte habe setzen wollen.

Wie berichtet, hatte der Fünfjährige einer Behördenmitarbeiterin gegenüber ausgesagt, Papa würde ihn verbrennen. Beide Kinder wurden sofort untersucht. Beide hatten unter den Fußsohlen Verletzungen, die Gutachter und Ärzte als Brandverletzungen einstuften.

Der Junge wies auch Brandverletzungen am Rücken auf. Den Feststellungen zufolge hatte der Angeklagte ihm eine brennende Zigarette unter das T-Shirt gesteckt. Der Angeklagte hatte das bestritten. Die Zigarette sei aus Versehen unter das T-Shirt gefallen, erklärte er. „Das war Absicht“, stellte der Vorsitzende Richter Alexander Wiebe klar.

Nachdem die Grausamkeiten ans Tageslicht gekommen waren, hatte der Angeklagte versucht, seiner Frau, die mit den Kindern zusammen ihren Mann verlassen hatte, nachzustellen. Deswegen war er während der ersten Verhandlung vor dem Cloppenburger Amtsgericht noch im Sitzungssaal verhaftet worden. Haftgrund: Verdunkelungsgefahr. Am Donnerstag wurde der Haftbefehl aufrecht gehalten. Nun lautet der Haftgrund Fluchtgefahr. Die Frau des Angeklagten und seine Kinder sind an einem sicheren Ort.