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NWZonline.de Region Cloppenburg Blaulicht

Messergebnis: Erdbeben schreckt Schlafende auf

03.09.2014

Emstek /Bakum Nein, das war kein bewegender Traum: Die Erde hat in der Nacht zu Dienstag im Bereich der Gemeinden Emstek und Bakum gebebt. „Ich habe geschlafen und war plötzlich hellwach, mein Mann auch. Ich dachte, unser Haus wackelt“, berichtet Marion Hüsing aus Drantum. „Das war wie eine Druckwelle, so etwas habe ich noch nicht erlebt“, sagt die 46-Jährige, die um 2.12 Uhr von den Erschütterungen aus dem Schlaf gerissen wurde.

Das Beben der Stärke 2,8 (Lokalmagnitude) hat auch der Niedersächsische Erdbebendienst im Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie gemessen. Das Epizentrum liegt im Bereich des Erdgasfeldes Goldenstedt/Visbek. Deshalb liegt ein Zusammenhang mit der Erdgasförderung nahe. Spezielle Arbeiten am Erdgasfeld haben das Beben nicht ausgelöst. „Wir hatten gestern abend beziehungsweise Nacht keine untertägigen Aktivitäten in dem Bereich“, so Ulrike Schopp (ExxonMobil Central Europe Holding, Hannover).

Experten kennen Gründe

Spezielle Arbeiten sind auch nicht nötig, um die Erde beben zu lassen. „Wir gehen davon aus, dass die Seismizität durch die Erdgasförderung als solche ausgelöst wird“, sagt Diplom-Geologe Joachim Fritz vom Landesamt: „Es erfolgt eine Druckabsenkung in der Lagerstätte, dadurch kommt es zu Spannungsumlagerungen und diese können eben zu Brüchen im Gestein führen, die dann das Erdbeben sozusagen darstellen.“

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Kürzlich Wochen hatten Experten vom Niedersächsischen Erdbebendienst und der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) am Beispiel des Bebens bei Syke (Kreis Diepholz) vom 1. Mai den Zusammenhang zur Erdgasförderung untersucht. Seit Beginn der Förderung in den 1970er Jahren wurden immer wieder Erschütterungen im Bereich von Erdgasfeldern aufgezeichnet.

Auch für den Bereich Goldenstedt/Visbek zählt das Landesamt mehrere Erschütterungen auf: Am 10. Dezember 1998 ein Erdbeben der Stärke 2,2, am 10. September 2002 ein Erdbeben der Stärke 2,6, am 2. Juli 2006 ein Erdbeben mit der Stärke 2,8 und am 20. Dezember 2013 ein Erdbeben der Stärke 2,4.

Knall und Wackeln

Zur Facebook-Meldung von NWZ-Online haben Menschen von dem Beben in der Nacht zu Dienstag berichtet. Nicole Ostermann (Emstek) hat einen „dumpfen Knall“ wahrgenommen: „Um zwei Uhr 20 bin ich wach geworden. Alles wackelte. Ich dachte, ich träume.“ Eine Cappelner Nutzerin schreibt: „Mein ganzer Schrank hat gewackelt.“ Vermeldet hatte das Erdbeben zunächst die Webseite Juskis Erdbebennews.

Timo Ebbers Ltg. / Online-Redaktion
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