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NWZonline.de Region Cloppenburg Blaulicht

Erst gedrängelt, dann Unfall provoziert – Friesoyther verurteilt

26.05.2017

Friesoythe Wegen vorsätzlicher Gefährdung des Straßenverkehrs ist ein 28 Jahre alter Mann aus Friesoythe zu einer Geldstrafe von 900 Euro sowie einer sechsmonatigen Führerscheinsperre verurteilt worden. Dieses erstinstanzlich vom Cloppenburger Amtsgericht gefällte Urteil hat das Oldenburger Landgericht am Mittwoch in zweiter Instanz weitgehend bestätigt. Das Urteil trifft den Angeklagten in besonderem Maße – er ist in der Autobranche tätig.

Am Tattag (14. November 2016) hatte es der Angeklagte offenkundig eilig gehabt. Er befuhr mit einem Pkw die Altenoyther Straße Richtung Friesoythe. Auf der Strecke ist eine Geschwindigkeit von 100 km/h erlaubt. Das Fahrzeug des Angeklagten sei noch weit genug entfernt, dachte sich ein 64-jähriger Handwerksmeister aus Altenoythe und bog mit seinem Bulli auf die Altenoyther Straße auf. Aber da war der Angeklagten bereits direkt hinter ihm.

Den Feststellungen zufolge fuhr der 28-Jährige sehr dicht auf und versuchte mehrmals, den Bulli zu überholen. Das sei wie auf dem Nürburgring gewesen, sagte am Mittwoch der 64-jährige Bullifahrer. Der Angeklagte musste den Überholvorgang immer wieder wegen des Gegenverkehrs abbrechen. Dann gelang es doch. Die Richter waren im Folgenden davon überzeugt, dass der Angeklagte nur rund einen Meter vor dem Bulli wieder einscherte.

Damit nicht genug: Den Feststellungen zufolge bremste er nun sein Fahrzeug zweimal hintereinander abrupt ab. Daraufhin fuhr der Altenoyther auf den Wagen des Angeklagten auf. Dabei war kein unerheblicher Schaden entstanden.

Der 28-Jährige hatte den festgestellten Sachverhalt bestritten. Er selbst sei mehrmals von dem Bullifahrer bedrängt worden. Nach dem Überholvorgang habe er auch nicht abrupt abgebremst, sondern wegen der nahenden 70er-Zone seine Geschwindigkeit verringern müssen. Das Gericht glaubte das aber nicht. Zeugen hatten zweimal kurz hintereinander die Bremslichter gesehen. Und die 70er-Zone war noch weit entfernt gewesen.

Der Vorsitzende Richter Alexander Wiebe nannte die Einlassung des Angeklagten eine „Schutzbehauptung“. Die Berufung des 28-Jährigen gegen das Cloppenburger Urteil wurde verworfen.