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NWZonline.de Region Cloppenburg Blaulicht

Fälscher wollen alte 50er loswerden

19.05.2017

Cloppenburg Rein statistisch gesehen muss man 900 Jahre alt werden, um in Deutschland einmal im Leben mit Falschgeld in Berührung zu kommen. In Cloppenburg trifft diese Statistik in dieser Woche nicht zu – denn am Montag wurden in einer hiesigen Bank vier falsche 50-Euro-Scheine sichergestellt.

Das Geld wurde von Geschäften der Cloppenburger Innenstadt eingezahlt, die waren sich auch nicht bewusst, dass sie Falschgeld abgaben, erklärt Maren Fokken, Pressesprecherin der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta. „Das Geld wird sichergestellt und untersucht. Dazu wurde es zum Landeskriminalamt geschickt. Es wird nicht ersetzt“, so Fokken. Noch Spuren zu finden, die zu den Tätern führen, sei schwierig, denn Geld gehe ja bekanntlich durch viele Hände, und so finden sich auf den Banknoten zahlreiche Fingerabdrücke. Außerdem sind Geldscheine nicht besonders groß – dies erschwert laut Fokken die Suche nach brauchbaren Hinweisen.

Altes Modell betroffen

Die Wahrscheinlichkeit, mit Falschgeld in Berührung zu kommen, ist auch laut Fokken sehr gering. Vorsicht sei vor allem bei 50-Euro-Banknoten geboten, denn die Falschgeldkriminalität konzentriert sich mit einem Anteil von rund 58 Prozent auf diese Geldscheine. „Anfang April ist der neue 50-Euro-Schein herausgekommen, der den alten Schein nach und nach ersetzen soll. Das gefälschte Geld ist dem alten Modell nachempfunden. Die Täter versuchen deswegen, diese Scheine jetzt loszuwerden“, erläutert die Polizeisprecherin.

Was tun, wenn man mit Falschgeld erwischt wird? „Der Kunde sollte erklären, wo das Geld her ist. Der Besitzer ist dann nicht gleich im Strafverfahren“, so Fokken. Der Besitzer sei zwar unter Verdacht, denn prinzipiell ist die Weitergabe von Falschgeld strafbar. Häufig ist das falsche Geld aber bereits länger im Umlauf, bevor es überhaupt entdeckt wird.

Testgeräte in Geschäften

Der Umlauf von falschen Banknoten kann laut Fokken durch die Testgeräte in Geschäften gestoppt werden. „Die guten Geräte erkennen Fälschungen, denn es gibt Dinge, die nicht gefälscht werden können. Leider nutzen nicht alle Geschäfte die Geräte.“

Aber auch ein selber durchgeführter Schnelltest kann gefälschte Scheine entlarven. Fälschungsmerkmale sind laut Fokken durch Fühlen und Kippen zu erkennen. Beim „alten“ 50-Euro-Schein ist oben auf der Vorderseite der Schriftzug BCE, ECB, EZB, EKT, EKP zu fühlen. Außerdem führt schon eine relativ geringe Kippbewegung zum Farbwechsel. Bei dem Hologramm auf der Vorderseite der 50er-Banknoten sollten Verbraucher auf die Bewegung der Kreise aus Regenbogenfarben achten.

Neuer 50-Euro-Schein

Gleich zweimal fühlen können Verbraucher bei dem neuen 50er. Zum einen ist die Zahl 50 auf der Vorderseite erspürbar, und auch der linke Rand der Banknote ist fühlbar. Auf den neuen Banknoten gibt es gleich zwei Kipp-Elemente auf der Vorderseite: Die Smaragdzahl 50 unten links und das Hologramm auf der rechten Seite. Bei der Smaragdzahl sollte der leuchtenden Balken beim Kippen aufwärts beziehungsweise abwärts wandern. Das Hologramm der Europa-Serie am rechten Rand der Note weist vier Bereiche, die sogenannten „Inseln“ auf, die jeweils unterschiedliche holographische Effekte zeigen.

Die deutsche Bundesbank hat im ersten Halbjahr 2016 45.700 falsche Euro-Banknoten im Nennwert von 2,3 Millionen Euro aus dem Verkehr gezogen. Die Zahl der Fälschungen ist damit gegenüber dem zweiten Halbjahr 2015 geringfügig um 1,7 Prozent gestiegen, erläutert Fokken.


Mehr Infos unter   polizeiberatung.de