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NWZonline.de Region Cloppenburg Blaulicht

Rettungswesen: Feuerwehr will jetzt richtig hoch hinaus

05.09.2016

Cloppenburg Mit 250 geladenen Gästen hat die Freiwillige Feuerwehr Cloppenburg am Freitagabend die Indienststellung der neuen Drehleiter im Feuerwehrhaus am Pingel Anton in Cloppenburg gefeiert. Von den Anschaffungskosten in Höhe von 750 000 Euro übernimmt der Kreis die Hälfte, weil die Drehleiter auch in anderen Gemeinden eingesetzt werden soll.

Stadtbrandmeister Horst Lade begrüßte unter anderem die Kollegen aus Cappeln, Emstek, Garrel, Lastrup und Molbergen. Außerdem waren Bürgermeister Dr. Wolfgang Wiese (CDU), Kreisrat Neidhart Varnhorn, Kreisbrandmeister Heinrich Oltmanns, Regierungsbrandmeister Dieter Schnittjer sowie Vertreter der beteiligten Firmen Magirus, Scania und Jacobsen gekommen. Dechant Bernd Strickmann und der evangelische Pastor Andreas Pauly nahmen die Einsegnung vor.

Gegenüber der alten Leiter von 1991 bietet die neue deutlich erweiterte Einsatzmöglichkeiten. So hat sie mit 40,6 Metern einen rund zehn Meter längeren Leiterpark. Es ist jetzt zum Beispiel möglich, das Dach des Cloppenburger Krankenhauses zu erreichen und Einsatzkräfte sicher darauf abzusetzen.

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Neu ist das Knickgelenk an der Leiterspitze. Vom Rettungskorb aus gesehen, kann das erste Segment nach 4,7 Metern nach unten geknickt werden. Dadurch können Personen gefahrlos auf die – der Drehleiter abgewandten – Dachseite eines Hauses gelangen. In engen Bereichen ermöglicht es das Gelenk, Stellen anzufahren, die ansonsten aufgrund ihrer Nähe zur Drehleiter nicht erreichbar wären. Vorteile ergeben sich auch bei Dachgärten mit hoher Brüstung, Dachgauben und gegliederter Bebauung.

Auch der Rettungskorb ist größer und belastbarer als der der alten Drehleiter. Er bietet Platz für vier Personen bzw. 400 Kilogramm Last – ein Plus von 220 Kilogramm.

Die neue Leiter kann weiter über eine Einsatzstelle ausgefahren werden. So ist es möglich, Feuer gezielter von oben zu löschen. Bei der Rettung von Personen aus Gewässern oder von Eisflächen macht sich die größere Reichweite ebenfalls bemerkbar.

Die neue Drehleiter verfügt über moderne Elektronik. Bewegungsabläufe können gespeichert werden. So ist es möglich, bestimmte Stellen an einem Gebäude wiederholt und automatisch anzusteuern. Die Elektronik greift aktiv ein, wenn die Leiter aufgrund von ruckartigen Bewegungen ins Schwingen gerät, das wird durch automatische Gegenbewegungen unterdrückt.

Die Neuanschaffung wurde von einer siebenköpfigen Gruppe der Feuerwehr Cloppenburg geplant. Der Gruppe gehören Christian Budde, Sebastian Leuschner, Andre Siemer, Dieter Leuschner, Horst Lade, Ulrich Lade sowie Thomas Stöckmann an. Nach der Endabnahme beim Hersteller Magirus in Ulm waren einige Teammitglieder dortgeblieben, um sich intensiv in das neue Fahrzeug einweisen zu lassen. Sie werden auch die Schulung für die übrigen Kameraden durchführen.

Seit 1960 verfügt die Feuerwehr Cloppenburg über eine Drehleiter. Im Kreis gibt es noch zwei weitere Leitern in Löningen und Friesoythe.

Der Blaulichtblog für den Nordwesten

Carsten Mensing Cloppenburg / Redaktion Münsterland
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