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NWZonline.de Region Cloppenburg Blaulicht

Warum dieser Strauch bei Kiffern so begehrt ist

25.05.2018

Garrel Die Namen sind so prächtig wie die Pflanze: „Madame Emile Mouillère“, „Endless Summer“, „Pink Wonder“ oder „Blue Heaven“ und „Snowflake“. Rot, rosa, blau oder weiß blühen Hortensien in vielen Garreler Gärten, die Blütenform ist ebenso vielfältig wie die Farbe. Viele Gartenbesitzer schätzen die Hydrangea, so ihre griechische Bezeichnung, wegen ihrer Farbintensität und ihres üppigen Wuchses. Hortensienliebhaber, die derzeit allerdings die Gärten einiger Garreler heimsuchen, schätzen sie wegen etwas anderem: der angeblich berauschenden Wirkung der Knospen.

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Ihren Raubzug haben kürzlich Diebe im Bereich Peterswald unternommen. Sie hatten sich richtig Mühe gegeben und sogar einen schweren Blumenkübel in einem nicht einsehbaren Garten auf die Terrasse geschleppt. Im Schutze der Dunkelheit hatten sie sich an der Hortensie zu schaffen gemacht. Die Gartenbesitzerin staunte am nächsten Tag nicht schlecht, als sie das Malheur entdeckte. Und auch in der Nachbarschaft hatten sich die Täter an den Pflanzen zu schaffen gemacht und fast sämtliche Knospen herausgeschnitten. Und das nicht zum ersten Mal. In beiden Gärten hatten schon im vergangenen Herbst Diebe zugeschlagen.

Kommen diese Diebstähle häufig vor?
Nach Auskunft der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta kommen diese Taten nur vereinzelt zur Anzeige. „In diesem Jahr hatten wir noch keinen Fall“, berichtet Pressesprecherin Maren Otten. Im vergangenen Jahr hatte es einige Anzeigen wegen Sachbeschädigung gegeben. Die Vermutung ist allerdings, dass die meisten Fälle gar nicht erst zur Anzeige gebracht werden, schließlich ist der Schaden überschaubar.

Was geschieht mit den Knospen?
Die Knospen der Hortensien werden, kurz bevor sie aufblühen, geerntet. Die Knospen werden entweder in heißem Wasser aufgekocht, um das Gemisch dann wie einen Tee zu trinken. Oder die Knospen werden getrocknet und dann wie ein Marihuana-Joint geraucht.

Was sagt die Polizei dazu?
Ungefährlich ist das nicht. Das Landeskriminalamt (LKA) in Hannover warnt vor dem Konsum, denn hochgiftige Blausäure könnte durch den Verbrennungsprozess beim Rauchen entstehen. Zudem kann der Konsum Schwindel oder Übelkeit auslösen. Auch die Polizei in Cloppenburg rät dazu, die „Finger davon zu lassen“.

Zumindest umstritten ist, ob die Triebe tatsächlich die ihnen zugeschriebene berauschende Wirkung haben. Das Landeskriminalamt jedenfalls stellt fest, dass die in Deutschland beheimatete Gartenhortensie nach derzeitigem Wissensstand keine das Bewusstsein beeinflussenden Inhaltsstoffe enthalten. Der Konsum fällt damit auch nicht unter das Betäubungsmittelgesetz.

Wie ist die Situation über das Land gesehen?
Das Thema Hortensiendiebstahl beziehungsweise das Konsumieren von Pflanzenteilen sei kein Novum in Niedersachsen, heißt es vom LKA. „In den zurückliegenden Jahren tauchte das Phänomen des Diebstahls junger Hortensientriebe aus Vorgärten immer wieder mal in verschiedenen Bundesländern, auch in Niedersachsen, punktuell auf“, so Pressesprecher Marius Schmidt. Die Zahlen werden aber nicht separat erfasst.

Der entstandene Schaden ist für die Betroffenen nicht entscheidend, es sei vielmehr das „ungute Gefühl, dass Unbekannte nachts durch den Garten schleichen“, schildert eine Betroffene.

Reiner Kramer stv. Redaktionsleitung Friesoythe / Redaktion Münsterland
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