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NWZonline.de Region Cloppenburg Blaulicht

Das alles steckt im neuen „HLF“

20.02.2018

Garrel 3000 Liter Wasser, 120 Liter Schaummittel, 330 PS, sechs Zylinder, elf Liter Hubraum – nur einige der Zahlen, mit denen das neue Löschgruppenfahrzeug (HLF 20) der Freiwilligen Feuerwehr Garrel aufwartet. Erstmals hat die Feuerwehr auf ein Fahrgestell von Volvo gesetzt, der Aufbau stammt aus dem Hause Schlingmann.

Bis unters Dach gespickt mit Technik und Ausstattung ist das Fahrzeug mit einem zugelassenen Gesamtgewicht von 19 Tonnen. Eingeweiht und offiziell übergeben wird es am Freitagabend in einer Feierstunde im Feuerwehrhaus. Gruppenführer Michael Schaub gewährte der NWZ vorab schon einmal einen Blick in die „Höllenmaschine“.

Allrad, das sich automatisch zuschaltet, ein Navigationsgerät, auf das automatisch die Koordinaten des Einsatzortes gespielt werden, neueste elektro- und akkubetriebene Hilfeleistungswerkzeuge, rundum LED-Licht. Vorteilhaft, so Schaub, sei, dass viele Arbeitsschritte von wenigen Kräften erledigt werden können – der Tatsache geschuldet, dass gerade tagsüber immer weniger Einsatzkräfte ihre Arbeitsstelle verlassen können.

Die Gruppenkabine

Platz für eine Gruppenbesatzung, bestehend aus neun Feuerwehrleuten, bietet die Gruppenkabine. Der Fahrer übernimmt die Funktion des Maschinisten. Hinten sitzt der Angriffstrupp, der Wassertrupp und der Schlauchtrupp, bestehend jeweils aus zwei Männern. Der Melder unterstützt den Maschinisten. Direkt im Fahrzeug können hier vier Personen ihre Atemschutzgeräteausrüstung anlegen. Die Überwachung der Atemschutzgeräteträger findet ebenfalls aus dem Fahrzeug heraus statt. Ein Gasmessgerät mit fünf Sensoren etwa zur Überprüfung der Methan-Konzentration steht zur Verfügung, eine Wärmebildkamera, so genannte Fluchthauben zur Rettung von Menschen, die im Feuer eingeschlossen sind. Ein Gefahrgutanzug ist unter den Sitzen deponiert. Funkgeräte oder Taschenlampen sind Standardausstattung.

1. Fach

Im ersten Fach (Fahrerseite) verbirgt sich oben links eine Rettungsbühne, die bei Lkw-Unfällen zum Einsatz kommt, um auf höherer Ebene arbeiten zu können. Ein leistungsstarker Stromgenerator ist verbaut. Abgase werden nach unten unter das Fahrzeug abgeleitet. Atemschutzersatzflaschen, Äxte, Sägen, Schaufeln, Seitenschneider oder Verlängerungskabel sind hier zu finden.

2. Fach

Verschiedene Sägen wie eine Motorsäge, eine Säbelsäge, ein Trennschleifer und ein Akkubohrer verbergen sich hinter dem nächsten Fach – allesamt akkubetrieben. Diese sind ständig einsatzbereit, weil ein Teil der Akkus immer am Netz ist. Eine Tauchpumpe zum Abpumpen von vollgelaufenen Kellern ist hier auch untergebracht sowie ein mit Druckluft zu betreibender „Sprungretter“.

3. Fach

An einer herausziehbaren Hygienewand sind Seife und Desinfektionsmittel angebracht. Eine Luftpistole bietet Gelegenheit, sich von Schmutz zu befreien. Verschiedene Brechwerkzeuge befinden sich auf der Rückseite der Wand. Mittels der Schleifkorbtrage (oben) können Menschen etwa aus der Tiefe oder aus dem Eis gerettet werden. Die Sicherungstrupptasche enthält eine Erste-Hilfe-Ausrüstung, eine zusätzliche Druckluftflasche und Seile. Sie dient vor allem zur Versorgung der Feuerwehrkräfte. Pro Schlauchtragekorb (unten) können die Einsatzkräfte 90 Meter C-Schläuche mitnehmen.

Heckfach und Dach

Oben auf dem Fahrzeug sind Steck- und Schiebeleitern gesichert, die eine Person mit einer mechanischen Entnahmehilfe leicht herunterlassen kann – von unten. Zudem befinden sich Saugschläuche auf dem Dach. Eine Rückfahrkamera sorgt für Sicherheit. Zwei so genannte Einpersonenhaspel sind eingehängt – einer mit Sicherungsutensilien für den Verkehr, einer für Schläuche. Sechs B-Schläuche, á 20 Meter Länge werden hier aufgerollt. Zudem ist ein Hydrantenschlüssel enthalten. Weiterhin kann der Maschinist die Feuerlöschkreiselpumpe (FPN 10/3000) und die Automix-Schaumanlage steuern. Der Maschinist kann von hier auch den Stromgenerator und den LED-Lichtmast bedienen.

5. und 6. Fach

Im fünften Segment sind unter anderem Schlauchbrücken, Schaumrohr, ein Schnellangriffsschlauch, Pulver-, CO2- und Schaumlöscher gelagert, zudem eine zweite Schleifkorbtrage. Im nächsten Fach wurde eine ausziehbare Arbeitsplatte installiert. Darüber lagert der Elektro-Lüfter – 30 Meter Stromkabel inklusive. Ölbinde­mittel ist hier ebenfalls zu finden, zudem ein Mehrzweckzug.

7. Fach

Spezielle Geräte für den Einsatz bei Verkehrsunfällen sind im letzten Element, gleich hinter der Gruppenkabine auf der rechten Seite, zu finden. Das Besondere: Auch diese Rettungsgeräte sind Akku betrieben. Der Vorteil: Sie können unkompliziert auch weiter entfernt vom Fahrzeug eingesetzt werden. Zudem befinden sich hier Abstützsysteme (Stab Fast), ein luftdruckbetriebenes Hebekissen, Schutzdecken, ein System zur Airbag-Sicherung und zur Sicherung des Patienten vor Glas sowie eine Absaugvorrichtung für den Einsatz etwa bei ausgelaufenem Öl, Sperrwerkzeug oder Handwerkzeug.

Reiner Kramer stv. Redaktionsleitung Friesoythe / Redaktion Münsterland
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