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NWZonline.de Region Cloppenburg Blaulicht

Brandgefahr In Friesoythe: 25 000 Liter in sieben Minuten

02.08.2018

Gehlenberg /Altenoythe Der Auslöser war ein Fehlalarm: In der vergangenen Woche wurde die Freiwillige Feuerwehr Gehlenberg am Montagmorgen zum Einsatz im Eleonorenwald gerufen. Der befürchtete Waldbrand stellte sich glücklicherweise als Fehlalarm aufgrund einer Staubwolke heraus.

Doch Stefan Bruns, Ortsbrandmeister in Gehlenberg, kam ins Grübeln. Aufgrund der Trockenheit würde sich so ein Feuer sehr schnell ausbreiten – so schnell, dass die Feuerwehr kaum genügend Wasser dabei haben könnte, um dem Einhalt zu gebieten. Noch am Mittag setzte er sich mit einigen Kollegen zusammen. Und er erinnerte sich: In den 80er Jahren hatten sich Landwirte und Feuerwehr aus genau dem Grund schon einmal zusammen getan. Die Landwirte haben im Ernstfall ihre Güllefässer mit Wasser befüllt und so die Wasserversorgung sichergestellt. Warum nicht wieder so eine Taskforce gründen?

Stefan Bruns hat die Idee per Facebook geteilt, Landwirte angesprochen und sofort großen Zuspruch erhalten. „Am Dienstagmorgen um zehn stand die Whatsappgruppe, und wir waren einsatzbereit.“ Mittlerweile wurde der Beitrag 447-mal geteilt. „Die Organisation funktioniert fast zum Nulltarif, weil alles über Whatsapp und Facebook läuft“, sagt der Friesoyther Stadtbrandmeister Andreas Witting. Die Altenoyther Feuerwehr hat die Idee ebenfalls aufgegriffen.

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28 Gehlenberger und 22 Altenoyther Landwirte sind bereits Teil der Task Force. Im Schnitt fasse ein Güllefass rund 20 000 Liter. Rückten alle Landwirte aus, stehen innerhalb kurzer Zeit rund eine Million Liter Wasser zur Verfügung. Zum Vergleich: Ein Feuerwehrwagen fasse im Durchschnitt rund 3500 Liter Wasser, die großen ungefähr 5000. Und: „Bei solchen Temperaturen stößt das öffentliche Wassernetz an die Belastungsgrenze“, weiß Stefan Bruns. Dank der Task Force müssten sich die Feuerwehrleute nicht um die Wasserversorgung kümmern und könnten sich ausschließlich auf die Brandbekämpfung konzentrieren. „Dafür sind wir den Landwirten sehr dankbar“, sagt Stefan Bruns.

Entnahmestellen für die Landwirte sind Baggerseen, Flüsse und Kanäle. Mithilfe eines digitalen Kartenprogramms wurde genau beschrieben, wo sie das Wasser herbekommen können. Wie lange es dauert, bis ein 25 000-Liter-Fass gefüllt ist? „Sieben Minuten“, weiß jetzt auch der Friesoyther Bürgermeister Sven Stratmann. Er ist von der Task Force restlos überzeugt. „Das System eignet sich eigentlich für alle“, findet er. Es sei einfach, effektiv und nutze die Ressourcen vor Ort.

Damit Landwirte und Feuerwehr sich bei einem Waldbrand, etwa im Eleonorenwald, zurechtfinden und auf sicheren, befahrbaren Wegen zum Brandort gelangen, wurde die Arenberg-Meppen GmbH zurate gezogen. Geschäftsführer und Waldbrandbeauftragter Winfried Frölich von der Forstverwaltung half gerne und erstellte Karten. In den Wäldern „kann man sich ohne Erfahrung und Karte schnell verlaufen“, weiß er.

Die Wasserversorgung durch die Landwirte funktioniert auf zwei Wegen: Mit einem passenden Adapterstück kann das Güllefass direkt an den Löschwagen angeschlossen werden. Oder die Landwirte können die Pufferspeicher auffüllen, aus denen die Feuerwehr das Wasser direkt abpumpen kann.

Die Bewährungsprobe der Task Force war am vergangenen Freitag beim Strohballenbrand in Neuscharrel. Dort hat sich gezeigt, wie gut das System funktioniert: Innerhalb von 15 Minuten waren rund 15 Landwirte mit ihren mit Wasser gefüllten Güllefässern beim Strohballenbrand vor Ort und füllten beständig den Pufferspeicher.

Lesen Sie auch:Nordwest-Zeitung, 28. Juli 2018: Strohballen brennen in Neuscharrel

Wer Teil der Task Force werden möchte, kann sich beim zuständigen Stadt- oder Ortsbrandmeister melden oder bei der Stadt Friesoythe, Fachbereich 2, unter Telefon  04491/9293-0. 

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Manuela Wolbers Redakteurin / Online-Redaktion Ostfriesland
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