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NWZonline.de Region Cloppenburg Blaulicht

Sie sind schneller als der Rettungswagen

15.08.2019

Gehlenberg In Gehlenberg wählt jemand den Notruf, ein Verwandter hat einen Herzinfarkt erlitten. Seine Überlebenschancen sinken mit jeder Minute, die vergeht, um etwa zehn Prozent. Bis der Rettungswagen, der aus Friesoythe kommt, vor Ort ist, vergehen jedoch im Schnitt elf Minuten. Hierbei handelt es sich glücklicherweise um ein fiktives Szenario, das aber jederzeit so passieren kann. Umso wichtiger ist es, dass sich bis zum Eintreffen des Rettungswagens fachkundige Personen um den Patienten kümmern.

„In einem solchen Fall greifen wir als First Responder vor Ort ein“, sagt Herbert Steenken, stellvertretender Ortsbrandmeister und Leiter der First-Responder-Gruppe Gehlenberg. In ihrem Einsatzfahrzeug haben die First Responder (FR) einen Defibrillator und können somit versuchen, den Patienten zu reanimieren.

Qualifizierte Meldung

Doch nicht nur bei der Erstversorgung und Reanimation werden die First Responder gebraucht: „Wir sichern bei Verkehrsunfällen die Unfallstelle ab und können frühzeitig eine qualifizierte Lagemeldung an die Leitstelle weitergeben, beispielsweise wenn sich der Patient nicht dort befindet, wo es zunächst angegeben wurde. Es kann auch sein, dass der Einsatzort schwierig erreichbar ist und von einer anderen Seite angefahren werden muss“, erklärt Steenken.

Gerade in ländlichen Regionen sei eine Versorgung durch First Responder wichtig, da die Anfahrtszeiten – wie in dem Beispiel – oft relativ lang sind – Zeit, die im Ernstfall Leben kosten kann. In Gehlenberg ist die FR-Gruppe an die Feuerwehr angegliedert, finanziert wird sie jedoch allein durch Spenden: „Die Krankenkassen übernehmen die Kosten nicht, auch der Unterhalt des Wagens muss finanziert werden“, sagt Heinz Gerdes, Kassenwart der FR-Gruppe Gehlenberg.

Schon 19 Einsätze

Dass die FR-Gruppe, die in Gehlenberg aus acht Personen besteht, notwendig ist, zeigt die Zahl der Einsätze: „Im vergangenen Jahr waren wir 35 Mal im Einsatz, in diesem Jahr bereits 19 Mal“, berichtet Steenken. Das Auto wird dafür immer von einem FR mitgenommen, auch zur Arbeit. Dann kann dieser sofort ausrücken und muss das Fahrzeug nicht erst beim Feuerwehrhaus abholen.

Einsatzmelder haben die Einsatzkräfte ebenfalls immer bei sich. „In der Regel sind zwei bis drei First Responder vor Ort. Wir sprechen uns dann über unsere Handys ab, wer zum Einsatzort fährt“, erklärt Steenken.

56-stündige Ausbildung

First Responder kann theoretisch jeder werden. Eine Begrenzung nach oben, wie viele Einsatzkräfte es in einer Gemeinde geben kann, gibt es nicht: „Unser Hauptaugenmerk liegt momentan erstmal auf den Spenden und nicht auf das Gewinnen neuer Kräfte. Wer FR werden will, muss an einer 56-stündigen Ausbildung zum Sanitäter teilnehmen“, erklärt Gerdes. Steenken und Gerdes betonen jedoch, dass sich jemand solche Einsätze auch zutrauen können muss.

Die FR dürfen am Unfallort keine Medikamente geben, aber ansonsten alle möglichen medizinischen Maßnahmen einleiten. Wenn der Rettungswagen samt Notarzt eingetroffen ist, kümmern sich die FR um die Angehörigen der Patienten.

Wer die First-Responder-Gruppe in Gehlenberg unterstützen und näher über die Arbeit informiert werden möchte, kann sich an Heinz Gerdes unter Telefon  0170/734 7290, wenden.

Nils Coordes Volontär, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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