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NWZonline.de Region Cloppenburg Blaulicht

Gesundes Misstrauen im Netz gefragt

03.06.2017

Bösel /Nordkreis Auf den ersten Blick: alles unauffällig. Die E-Mail scheint offiziell zu sein. Schneller Klick darauf, könnte ja etwas Wichtiges sein. Und schon ist es geschehen: ein Trojaner auf dem PC. Mein Haus ist meine Burg, heißt es so schön. Eine Burg ist zwar auch die heimische PC-Welt, aber auch in die sicherste Burg führen Tore. Eben so ein Tor nutzten zuletzt auch die Hacker, die mit ihrem „WannaCry“-Virus weltweit für Aufsehen und für massenhafte Ausfälle von Computersystemen sorgten – ein großes Thema auch im Landkreis Cloppenburg. Das ernüchternde Fazit der Sicherheitsexperten: Einen kompletten Schutz gibt es nicht, irgendwo steht immer ein kleines Fenster offen.

Ohne Schutz geht es nicht, weiß IT-Experte Dietmar Frye, Inhaber von DFC Frye in Petersdorf. Sobald ein Rechner mit dem Internet in Verbindung steht und nicht gesichert ist, ist er hochgradig gefährdet. „WannaCry hat viele kalt erwischt“, sagt Frye. Sein Tipp: Updates zum Betriebssystem ziehen. Gefahr läuft, wer aktuell noch Windows XP laufen hat. Denn dafür gibt es keine Updates mehr, Microsoft hatte die Unterstützung auslaufen lassen.

Bislang keine Anzeigen

361 Fälle von Internetkriminalität hat die Polizei im Nordkreis im vergangenen Jahr registriert. Die Aufklärungsquote lag bei über 96 Prozent. Im Jahr zuvor waren es 440 Fälle. Über die gesamte Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta betrachtet, kam es im vergangenen Jahr zu 1164 Fällen (Aufklärungsquote: 87 Prozent), davor waren es 1234. Anzeigen im Bezug auf die „WannaCry“-Software gibt es bislang nicht.

Die Updates jedenfalls hätten im aktuellen „WannaCry“-Fall vieles verhindert. Denn das Virus nutzte eine Sicherheitslücke im Betriebssystem, die durch ein „Patch“, eine Nachbesserung, längst geschlossen worden wäre.

Eine beliebte Masche der Hacker ist das massenhafte Versenden von „gefakten“ E-Mails. Die enthalten entweder im Anhang direkt das Virus oder aktivieren eine Routine, die die Schadsoftware aus dem Netz auf den Rechner zieht. Das Perfide bei „WannaCry“: Die Daten auf dem Rechner wurden verschlüsselt. Gegen die Zahlung eines „Lösegeldes“ sollte der Nutzer seine Daten zurückerhalten. Von der Zahlung rät Dietmar Frye dringend ab: „Wie vertrauenswürdig ist denn so ein Hacker?“ Auch Maren Fokken, Pressesprecherin bei der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta, sagt: „Niemals zahlen.“ Zum anderen könnte der Erfolg auch zusätzlich motivieren.

Unerlässlich ist es laut IT-Experte Frye, neben einem stets aktuellem Betriebssystem einen aktuellen Virenscanner zu haben. Und der sollte auch die ankommenden E-Mails direkt auf Viren und Trojaner durchkämmen – bestenfalls im Echtzeit.

Das Problem bei Virenscannern: Sie laufen der Entwicklung immer ein stückweit hinterher. Erst wenn ein neuer Schädling im Umlauf ist, wird der Scanner entsprechend nachgerüstet.

Was ist Ransomware?

Ransomware ist Software, die Dateien auf einem Computer verschlüsselt, damit Sie sie ohne einen Schlüssel, der die Datei korrekt dechiffrieren kann, nicht mehr öffnen können. Um den Schlüssel zu erhalten, müssen Sie eine Art Lösegeld zahlen. Sobald die Malware einen Computer infiziert hat, kann sie sich auf weitere Geräte im Netzwerk ausbreiten und so den Betrieb lahmlegen. Bei „WannaCry“ wurden die Betroffenen aufgefordert, 50 Euro per PaySafe oder U-Cash zu zahlen. Als „Malware“ wird Schadsoftware insgesamt bezeichnet.

Die Polizei rät dazu, Angriffe dieser und anderer Art zur Anzeige zu bringen.

Die höchsten Mauern ersetzen also nicht die Vorsicht. „Wer sich im Internet bewegt, sollte ein gesundes Misstrauen mitbringen“, meint Frye. Dringend rät er davon ab, ZIP-Dateien von einem unbekannten Absender zu öffnen – gern genutztes Einfallstor für „Malware“. Mahnungen oder Rechnungen von Firmen erhalten, bei denen man nichts gekauft hat? Nicht öffnen und E-Mail löschen. Frye rät auch zu externer regelmäßiger Datensicherung.

Aktuell warnt die Polizei vor einer neuen Ransomware, die per Mail verschickt wird. Als Betreff wird in der Regel „Invoice“ mit anschließend zufälliger Nummer angegeben. Der eigentliche Mailtext wird dabei sehr kurz gehalten und fordert lediglich zum Öffnen des Anhanges auf.


Weitere Tipps und Hinweise unter   www.polizei-praevention.de 
Reiner Kramer stv. Redaktionsleitung Cloppenburg/Friesoythe / Redaktion Münsterland
Rufen Sie mich an:
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