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NWZonline.de Region Cloppenburg Blaulicht

Jäger schießt Katze halb tot – und darf Schein behalten

16.11.2017

Höltinghausen /Cloppenburg /Oldenburg Obwohl er eine friedliche Katze angeschossen und das schwer verletzte Tier im hohen Bogen in ein Maisfeld geschleudert hat, darf ein 57-jähriger Jäger aus Höltinghausen seinen Jagdschein behalten. Das Oberlandesgericht (OLG) Oldenburg hat die Revision der Staatsanwaltschaft gegen ein entsprechendes Urteil des Oldenburger Landgerichts verworfen und damit das für den Angeklagten günstige Urteil rechtskräftig werden lassen. Das bestätigte am Mittwoch der Cloppenburger Rechtsanwalt Helmut Kellermann, der den Jäger vertreten hat.

Am Tatmorgen hatte der Angeklagte auf die Katze, die friedlich auf einer Berme gegenüber der Hofeinfahrt ihrer Besitzerfamilie saß, geschossen. Dann ergriff er das schwer verletzte Tier und schleuderte es in das Maisfeld. Der Besitzer der Katze hatte das gesehen. Er ermahnte den Angeklagten. Das Tier würde doch noch leben. Die Katze gehört den Kindern der Familie. Die Trauer war groß. Die Katze wurde schnell aus dem Maisfeld geholt und zum Tierarzt gebracht. Sie hatte 50 Schrotkugeln im Kopf gehabt und musste eingeschläfert werden.

In einem ersten Prozess war der Angeklagte wegen der Tat vom Cloppenburger Amtsgericht zu einer Geldstrafe von 4900 Euro (70 Tagessätze zu je 70 Euro) verurteilt worden. Dieses Urteil hätte den Verlust des Jagdscheins bedeutet. Ab 60 Tagessätzen ist der Schein weg. Um den Jagdschein behalten zu können, legte der Angeklagte Berufung gegen das Urteil ein. Das Oldenburger Landgericht als Berufungsinstanz ging dann von einer Ausnahmesituation aus, verwies auf das seriöse Leben des Angeklagten und auf eine Schadenswiedergutmachung in Höhe von 1300 Euro. Das Urteil: 3500 Euro Geldstrafe (50 Tagessätze zu 70 Euro). Damit konnte der Angeklagte seinen Jagdschein behalten.

Gegen dieses Urteil legte dann die Staatsanwaltschaft Revision ein. Sie bescheinigte dem Angeklagten eine gefühllose Gesinnung und forderte eine härtere Strafe – zumindest so hoch, dass der Angeklagte kein Jäger mehr bleiben könne.

Die obersten Richter konnten in dem Landgerichts-Urteil aber keine Rechtsfehler erkennen. Nun bleibt der Angeklagte Jäger.