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NWZonline.de Region Cloppenburg Blaulicht

„Kinder von Alkoholikern vertragen mehr“

29.01.2009

CLOPPENBURG Jeder zweite Klient einer deutschen Suchtberatungsstelle stammt aus einer suchtkranken Familie. Dort hätten entweder Vater, Mutter oder beide Eltern getrunken. Darauf wies der Leiter der Cloppenburger Suchtberatungsstelle, Heinz Bartels, jetzt bei einem Besuch von zwei Sozialexperten aus Mexiko und Kolumbien hin. Auf Einladung des Landes-Caritasverbandes be-suchten die Gäste darüber hinaus die Suchtklinik für Frauen in Visbek.

Höhere Verträglichkeit

Kinder von Suchtkranken hätten eine höhere Alkoholverträglichkeit als unbelastete Gleichaltrige. Auch werde der Alkohol schneller abgebaut als bei anderen Jugendlichen. „Auch nach zehn Caipirinha sind sie noch nicht betrunken und haben keine Kopfschmerzen“, sagte Bartels in Anspielung auf die südamerikanischen Getränke.

Söhne und Töchter alkoholkranker Eltern bekämen die leiblichen Warnsignale nicht mit. Bartels: „Sie merken das erst, wenn der Kontrollverlust einsetzt.“ Sein Rat an die Kinder aus suchtbelasteten Familien: „Sehr bewusst und kontrolliert mit Suchtmitteln umgehen.“ Alkohol soll-ten Betroffene beispielsweise genießen.

Ausdrücklich kritisierte Bartels das so genannte Eimersaufen. Dabei würden Jugendliche Alkohol mit Strohhalm aus einem Fünf-Liter-Eimer zu sich nehmen. Keiner wisse anschließend, wie viel er getrunken habe. Generell sei bei Jugendlichen derzeit der Trend festzustellen, möglichst schnell betrunken zu werden.

585 Bürger beraten

Die Cloppenburger Suchtberatungsstelle hat im vergangenen Jahr 585 Bürger aus dem Kreis beraten, so Bartels. 252 von ihnen hatten bis zu drei Gespräche. 333 erlebten im Schnitt 36 Therapiestunden. Eine durchschnittliche Therapie dauerte neun Monate. 70 Prozent der Klienten litten unter Alkohol-, 14 unter Drogenabhängigkeit. Sechs Prozent an Spielsucht, zwei an Medikamentenmissbrauch, so der Leiter der „Fachstelle für Sucht und Suchtprävention“ der Stiftung Edith Stein.

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