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Sommerinterview: Lieber draußen als hinterm Schreibtisch

15.08.2015
Frage: Herr Niemann, gibt es im Sommer mehr zu tun?

niemann: Sicherlich gibt es auch im Sommer mehr zu tun. Zu Ordnungsstörungen wie zu lauter Musik oder anfallenden Müll kann es durch Jugendliche, die sich vermehrt beispielsweise vor Diskotheken oder auf Spielplätzen treffen, kommen. Die Kollegen haben diese Örtlichkeiten im Blick. Das läuft neben dem normalen Tagesgeschäft wie Körperverletzungen, Diebstähle, Einbrüche oder Verkehrsunfälle.

Frage: Der Spruch „die Polizei, Dein Freund und Helfer“ ist allgemein bekannt. Können die Kollegen immer Ruhe bewahren?

NIEMANN: Gerade bei einem Verkehrsunfall stehen die Beteiligten unter Schock. Da muss man den Menschen entgegenkommen. Im Sommer treten auch Ruhestörungen bei Gartenpartys auf. Es ist nicht immer von allen die gleiche Rücksichtnahme zu erkennen. Auch Familienauseinandersetzungen fallen immer wieder auf. Bei körperlichen Auseinandersetzungen ist es wichtig, zunächst die Streithähne zu trennen und Ruhe in die Sache zu bringen. Die einzelnen Beteiligten sollten auch zu Wort kommen. Es gibt aber auch Personen, die uneinsichtig sind und dann in die Arrestzelle eingewiesen werden. Zunächst versucht man aber, die Situation vernünftig im Gespräch zu klären. Die Kollegen sind schon lange im Dienst und können von dieser Erfahrung zehren.

Frage: Was gefällt Ihnen besonders an Ihrem Job?

NIEMANN: Es gibt nicht einen Tag, der dem anderen gleicht. Man muss sich immer auf andere Bürger einstellen. Das ist das Hochinteressante am Polizeiberuf. Ich bin derzeit leider sehr viel am Schreibtisch. Aber bei Festivitäten bin ich im Einsatz oder unterstütze die Kollegen bei großen Verkehrsunfällen. Ich würde den Polizeiberuf garantiert noch einmal wählen. Auch wenn man am Wochenende und feiertags arbeiten muss. Alle gehen feiern und man selber geht zur Nachtschicht. Aber dafür macht der Beruf auch Spaß. Den Job hat man sich ausgesucht.

Frage: Wollten Sie schon als Kind Polizist werden?

NIEMANN: Ich bin lange, knapp 30 Jahre, im Schichtdienst tätig gewesen. Seit 1972 bin ich bei der Polizei – 43 Jahre. Auf den Beruf bin ich eigentlich in der achten Klasse gekommen. In einer Presseveröffentlichung in der Zeitung wurden Polizeibeamte gesucht. 1972 habe ich mich beworben und dann ging es gleich in die Ausbildung. Die interessanten und zum Teil auch lustigen Begebenheiten, die ich in meiner Dienstzeit erlebt habe, hätte man in einem Tagebuch festhalten können.

Frage: Wie verbringen Sie noch Ihren Sommer?

NIEMANN: Unsere Kinder sind schon aus dem Haus. Ich fahre eine Woche im Jahr mit meiner Frau in den Urlaub. Ansonsten bin ich aktiver Jäger und züchte die Hunderasse Deutsch Stichelhaar. Eigentlich jeden Tag schaue ich, was so im Revier in Molbergen los ist. Ich bin nicht so der Stubenhocker, sondern mehr in der Natur unterwegs. Seit fast 50 Jahren bin ich im Musikverein Peheim, wo ich mit zwölf Jahren eintrat. Auch Angeln gehört zu meinen Hobbies. Auch nicht zu kurz kommt, sich mit Freunden zusammenzusetzen.

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Tanja Henschel Barßel / Redaktion Münsterland
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