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NWZonline.de Region Cloppenburg Blaulicht

Geheime Verlobung führt zu Haftstrafe im Nordkreis

19.01.2019

Nordkreis Eine Verlobung ist immer ein Grund zur Freude. Kündigt diese doch eine bevorstehende Hochzeit an. Eine solche kostet natürlich Geld, wenn man sie groß feiern möchte. Wie man sich allerdings das Geld dafür auf keinen Fall besorgen sollte, zeigt ein Fall au dem Jahr 1950.

Ein zu dem Zeitpunkt 20-Jähriger war fünf Jahre lang jeden Tag mit seinem Wagen von Neuscharrel nach Friesoythe gefahren, um mit Milch gefüllte Kannen zur dortigen Molkerei zu bringen. Bei Wind und Wetter war er mit seinem Gespann unterwegs. So lange, bis plötzlich der Molkereibesitzer Unregelmäßigkeiten feststellte. „Die Nachforschungen ergaben, daß ein Milchfehlbetrag von 350 DM und ein Butterdefizit von mindestens 67 Kilo entstanden war, um die der Jüngling durch betrügerische Manipulationen die Molkerei geschädigt hatte“, schrieb die NWZ am 19. Dezember 1950.

Was geschehen war, zeigte dann die Verhandlung vor dem Schöffengericht. „Der junge Mann, der die Fuhren für seinen Pflegevater ausgeführt hatte und von diesem kein günstiges Zeugnis erhielt, hatte sich heimlich verlobt, ohne zu Hause etwas davon zu berichten“, hieß es weiter.

Da die Hochzeit groß gefeiert werden sollte – mit etwa 20 Personen – kostete dies natürlich Geld, was der junge Mann sich eben durch seinen Betrug beschaffte. Das Ende vom Lied: Die Hochzeit musste um drei Monate verschoben werden, denn genau so lange musste der Betrüger hinter Gittern verbringen.

Pech hatte auch ein Radfahrer, der 1950 von einem Gendarm angehalten wurde, weil er ohne Licht gefahren war. Ereignet hatte sich dieser Vorfall gegen 3 Uhr nachts in Wardenburg. Zu Recht kam es dem Polizisten verdächtig vor, was der Mann bei sich hatte. „Ein großes Messer, ein Schaber von Format, ein Bohrer, eine Taschenlampe, Kabel, Salzsäure, Pinsel und Klebstoff“, beschrieb die NWZ am 23. Juni 1950 die Gegenstände.

Der Polizist beschlagnahmte die Gegenstände und erstattete Anzeige gegen den Radfahrer, der sich übrigens nicht ausweisen konnte. So musste sich der Mann vor dem Schöffengericht wegen strafbaren Besitzes von Diebeswerkzeug verantworten. Er habe sich in der Nacht Friesoythe ansehen wollen, soll der aus Rastede stammende Mann gesagt haben. Er kenne die Stadt noch nicht und habe dort nach Absatzmöglichkeiten für seine Frottierhandtücher gesucht.

Der Zeitpunkt für seine nächtliche Fahrradtour hätte wohl schlechter nicht sein können. „Er hatte insofern großes Pech, als der betreffende Paragraph des Strafgesetzbuches nur gegen jemanden angewendet werden kann, der bereits wegen Einbruchsdiebstahl oder Rückfalldiebstahl vorbestraft ist, es sei denn, die Strafverbüßung liegt mehr als fünf Jahre zurück. Bei dem Angeklagten fehlten nur noch knapp zwei Monate an den fünf Jahren, und niemand hätte ihm etwas anhaben können“, hieß es in der NWZ.

Das Gericht glaubte auch dem Angeklagten seine Geschichte nicht, der siebenmal vorbestraft war, zuletzt mit zweieinhalb Jahren Gefängnis. Der Besitz der Werkzeuge reichte damals für eine Verurteilung aus. Voraussetzung dafür war, dass es genügend Anhaltspunkte gab, dass das Werkzeug auf keinen Fall für andere Zwecke benötigt wird.

So wurde der Mann vom Gericht zu einer Mindeststrafe von drei Monaten Gefängnis verurteilt.

Tanja Mikulski Friesoythe / Redaktion Münsterland
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