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NWZonline.de Region Cloppenburg Blaulicht

Nur eine hohle Phrase?

12.09.2018

Grünen-Fraktionsvorsitzender Michael Jäger hat den Nagel auf den Kopf getroffen: Ja, Radfahren ist in der Stadt Cloppenburg eine Zumutung. Wer nicht nur im Sommer drei Sonntagsfahrten ins Grüne unternimmt, sondern das Rad als tägliche Alternative zum Auto in der City nutzt, kann dies nur bestätigen: Radfahrer, die völlig legal auf der Straße fahren, werden von Autofahrern in völliger Unkenntnis der Gesetzeslage angepöbelt, gefälligst auf dem Rad- und Fußweg zu fahren. Radfahrer, die todesmutig den Radfahr-Schutzstreifen auf der Soestenstraße/Obere Lange Straße und Löninger Straße nutzen, werden von manchen Kraftfahrern so knapp überholt, dass einem angst und bange werden kann. Dabei darf der Autofahrer die gestrichelte Linie nur in Ausnahmefällen überfahren und muss ansonsten hinter dem Radler bleiben. Auch hier herrscht offenbar völlige Unkenntnis über die Rechtslage.

Dass der Slogan „Cloppenburg auf dem Weg zur Fahrradstadt“ zu einer hohlen Phrase zu verkommen droht, zeigte sich einmal mehr am Montag im Rat. Eine große Mehrheit lehnte bezüglich des Knotenpunkts Osterstraße/Hagenstraße eine grüne Ampelschaltung für Radfahrer analog zur Autofahrerschaft ab, weil es möglicherweise zu „Überstauungen“ und damit zu Zeitverlusten für die Kraftfahrer käme. Also bloß keine Nachteile fürs Auto.

Na, geht’s denn noch? Wenn es uns wirklich ernst ist, den motorisierten Verkehr mit all seinen gesundheitsgefährdenden Emissionen so weit es geht aus der Stadt herauszuhalten, muss das Autofahren zwangsläufig unattraktiv gemacht werden: Wartezeiten, teure und knappe Parkplätze, etc...

Und wenn dann noch Radfahren viel schneller als Autofahren geht, sind viele Menschen auch bereit, umzusteigen. Mit Appellen, die in Richtung gesunde Bewegung und Klimaschutz zielen, wird niemand gelockt.

Wenn die Stadt die Radfahrer weiterhin mit Druckampeln ausbremst und die grüne Welle an ihnen vorbei schwappt, ist Cloppenburg nicht auf dem Weg zur Fahrradstadt, sondern bleibt im Autoverkehrsstau stecken. Und das wollen wir doch alle nicht, oder?


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