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                                           Ärger: Nur kurz aus den Augen gelassen

08.12.2016

Ramsloh /Scharrel Hadis lebt noch kein Jahr in Scharrel. Die 15-Jährige ist mit ihrer Familie aus dem Iran nach Deutschland gekommen. Derzeit besucht sie die Sprachlernklasse des Schulzentrums Saterland in Ramsloh. Hadis spricht schon so gut deutsch, dass sie am regulären Mathematik- und Deutschunterricht ihrer Klasse teilnehmen kann und erfolgreich Klassenarbeiten mitschreibt. Sie ist eine ehrgeizige Schülerin, möchte später Jura studieren.

So wünschte sie sich nichts sehnlicher zu ihrem 15. Geburtstag, als ein Laptop. Diesen wollte sie vor allem dazu verwenden, um die Dinge, die sie vormittags im Unterricht gelernt hat, nachmittags zuhause zu vertiefen.

Ihre Eltern erfüllten ihr diesen großen Wunsch. Lange mussten sie dafür sparen. Hadis war überglücklich. Doch jetzt hat sie Tränen in den Augen, als sie die Geschichte erzählt. Der Laptop ist weg. Und das nur, weil Hadis kurz nicht aufgepasst hat.

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Es war der Dienstag der vergangenen Woche, kurz nach ihrem 15. Geburtstag. Hadis fuhr zusammen mit ihren Eltern und ihrer jüngeren Schwester mit dem Bus von Scharrel nach Friesoythe. In einem dortigen Geschäft durfte sie sich ein Laptop aussuchen. Dieser wurde dann in einer Tasche verstaut, die Hadis stolz durch die Stadt trug. Da ihre Schwester Winterstiefel benötigte, steuerte die Familie noch ein Schuhgeschäft an, bevor sie wieder die Heimreise antrat. „Meine Schwester konnte sich nicht entscheiden“, sagt Hadis. So fing auch sie an, nach Schuhen zu gucken, ging mit ihrer Mutter in eine andere Ecke des Schuladens. Die Tasche mit dem Laptop stellte Hadis während der Anprobe neben einen Hocker.

„Als wir dann das Geschäft wieder verlassen hatten, fragte mein Vater plötzlich, wo denn meine Tasche sei“, erinnert sich Hadis. Schnell liefen sie zurück. Doch die Tasche samt Laptop war weg. Überall suchten sie danach. Vergebens. Und auch das Personal konnte nicht weiterhelfen. Die Polizei wurde gerufen, nahm die Personalien auf. Der Polizist habe ihr allerdings keine großen Hoffnungen mache können, dass der Laptop wieder auftauchen wird, sagt Hadis.

Eine Welt brach für das Mädchen zusammen. „Mehrere Nächte lang hat sie kaum geschlafen. Im Unterricht liefen ihr ständig Tränen über die Wangen“, sagt Miriam Kösters, Lehrerin der Sprachlernklasse. Und auch Schulleiter Manfred Broek bedauert die Angelegenheit sehr. „Hadis hat so eine positive Einstellung. Sie ist eine ganz interessierte Schülerin und möchte schnell die Sprache lernen.“ Von daher sei der Vorfall besonders schwerwiegend.

Und auch, wenn Hadis eigentlich weiß, dass der Laptop wohl nicht mehr auftauchen wird: „Es wäre schön, wenn die Person, die ihn mitgenommen hat, ihn wieder zurückbringt“, sagt sie und senkt traurig den Kopf.

Tanja Mikulski Friesoythe / Redaktion Münsterland
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