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NWZonline.de Region Cloppenburg Blaulicht

„Wir steuern auf humanitäre Katastrophe zu“

26.04.2016

Quito /Peheim Die Ausmaße sind verheerend, die Zahl der Toten steigt fast täglich. Mehr als 650 Menschen sind dem Erdbeben in Ecuador am 16. April zum Opfer gefallen. Noch immer ist keine Ruhe eingekehrt, mehr als 800 Nachbeben sind seither registriert worden.

„Wir steuern auf eine humanitäre Katastrophe zu“, sagt Christoph Ortmann. Der gebürtige Peheimer lebt seit einigen Monaten mit seiner Frau Gaby in Quito, bekam das Erdbeben hautnah mit. Im Gespräch mit der NWZ  schildert Ortmann die Situation.

Vor einigen Monaten hatten er und seine Frau entschieden, nach Ecuador auszuwandern – seine Frau stammt aus dem südamerikanischen Land. „Wir saßen am Sonnabendabend bei meinen Schwiegereltern in Quito zum Abendessen, als plötzlich die Erde bebte“, berichtet Christoph Ortmann. „Erst haben wir nicht wirklich verstanden, was passiert.“ Die Lampenschirme wackelten, schließlich fiel sogar das Licht aus. „Das Erdbeben dauerte mit knapp 50 Sekunden verdammt lang und hatte in Quito eine Stärke von 5,1“, erinnert sich Christoph Ortmann.

Dabei lag das Epizentrum um einiges entfernt im Kanton Muisne in der Provinz Esmeraldas, rund 300 Kilometer von Quito entfernt. Esmeraldas und die Nachbarprovinz Manabi seien sehr arme Gegenden. Umso größer die Schäden, die durch die „stärkste Naturkatastrophe in Ecuador seit 1979“ entstanden sind. „Viele Dörfer in ländlichen Gegenden sind vollkommen von der Außenwelt abgeschnitten. Hauptproblem ist die Versorgung mit sauberem Trinkwasser und Lebensmitteln.“

Christoph Ortmann und seine Frau wollten helfen. Sie fuhren zur Stiftung Fidal, Partner der deutschen Hanns-Seidel-Stiftung, um eine Lebensmittelspende abzugeben. Im Gespräch erfuhren sie, welche Ausmaße das Erdbeben angenommen hatte. „Wir wollten für die Stiftung bei Freunden und Verwandten nach Geldspenden fragen, um dieses Geld der Stiftung zu übergeben.“ Auf zwischen 500 und 1000 Euro hatten sie gehofft. Mittlerweile sind sie bei mehr als 3500 Euro angenommen. Dynamik erhielt der Aufruf auch dank des sozialen Netzwerkes Facebook. Auch die Freunde aus der fernen Heimat Deutschland nahmen Anteil und spendeten.

Um sicherzugehen, dass das Geld auch tatsächlich dort ankommt, wo es gebraucht wird, entschloss sich Christoph Ortmann, selbst in die Erdbebenregion zu fahren. Für das Geld sollten Lebensmittel gekauft werden. Gemeinsam mit Freunden und Helfern packten Christoph Ortmann und seine Frau Lebensmittelpakete, bestehend aus Wasser, Speiseöl, Reis, Pasta, Thunfisch, Linsen.

Am Sonntag wollte Ortmann gemeinsam mit zwei Freunden in die Krisenregion fahren. Auf eigene Faust konnte die Fahrt aber dann nicht stattfinden, zu gefährlich aufgrund der zahlreichen Nachbeben. Sogar Überfälle auf Hilfstransporte hatte es gegeben. Deshalb entschlossen sie sich, sich einem bewaffneten Hilfskonvoi anzuschließen. Der startete am Sonntagfrüh gegen 4.30 Uhr in ein Dorf in der Nähe von Bahia. Spenden für zunächst 200 Familien wurden verteilt. „Wir konnten viele sehr glückliche Menschen treffen“, schildert Christoph Ortmann. Ein weiterer Transport sei bereits geplant.

Reiner Kramer stv. Redaktionsleitung Friesoythe / Redaktion Münsterland
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