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NWZonline.de Region Cloppenburg Blaulicht

Urteil In Oldenburg: Aus Frust Wohnung demoliert – vorerst Freispruch

21.03.2017
NWZonline.de NWZonline 2017-03-21T07:26:52Z 280 158

Urteil In Oldenburg:
Aus Frust Wohnung demoliert – vorerst Freispruch

Essen/Oldenburg Das mutmaßliche Zerstören einer Wohnung in Essen hat für die ehemaligen Mieter der Wohnung keine strafrechtlichen Konsequenzen. Die 43-jährige Frau und der 59-jährige Mann sind vom Vorwurf der Sachbeschädigung freigesprochen worden. Ein entsprechendes Urteil des Cloppenburger Amtsgerichts ist am Montag vor dem Oldenburger Landgericht rechtskräftig geworden. Nun wartet auf das Pärchen noch ein Zivilprozess.

Das, was den Angeklagten angelastet wird, stellte den Feststellungen zufolge einen Grenzfall zwischen Straf- und Zivilrecht dar. Die Anschuldigungen klingen heftigst. Als Frust über die Kündigung soll das Pärchen beschlossen haben, dem Vermieter der Wohnung einen finanziellen Schaden zuzufügen. Alle elektrische Leitungen und Kabel seien aus den Wänden gerissen worden, ebenso alle Steckdosen. Im Bad seien alle Wand- und Bodenfliesen zerschlagen und Wasserleitungen abgetrennt worden. Die Kanalisation (Drei-Kammer-System) habe das Pärchen mit Bauschutt zugeschüttet, so die ursprünglichen Vorwürfe.

Der Schaden war laut ursprünglicher Anklage beträchtlich. Aber bei genauerem Hinsehen musste der Fall dann doch eine andere Bewertung erfahren. Ein Gutachter stellte fest, dass der tatsächliche Sachverhalt mit den ursprünglichen Vorwürfen wenig gemein hatte. So waren die Steckdosen nicht aus der Wand gerissen, sondern nur deren Abdeckungen entfernt worden. Wasserleitungen seien auch nicht abgetrennt, sondern lediglich abgeschraubt worden. Festgestellt wurde auch, dass die meisten Vorwürfe gar keine Sachbeschädigungen darstellten. So sei zum Beispiel das Zuschütten der Kanalisation mit Bauschutt zwar misslich, erfülle aber nicht den strafrechtlichen Tatbestand der Sachbeschädigung, so die Vorsitzende Richterin gestern. Bei dem Verfahren handele es sich um ein „verschlepptes Zivilverfahren“, schloss die Vorsitzende gestern die strafrechtliche Seite des Falls.

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