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Hält der Hype um Influencer auch 2019 an?

31.12.2018

Cloppenburg Sie sind die Vorbilder einer ganzen Generation: Influencer (dt. Beeinflusser). Meist sind das Menschen zwischen 20 und 30 Jahren, deren Internetprofilen Tausende, wenn nicht gar Millionen Menschen folgen. Meist dreht es sich da um Fitness- oder Schönheitstipps. Aufgrund ihrer großen Reichweite sind Influencer mittlerweile zu einem Wirtschaftsfaktor geworden. Denn viele Unternehmen reißen sich um die jungen Menschen, die als Werbepartner interessant sind. Eine von ihnen ist die 24-jährige Cloppenburgerin Vanessa Maurer. Ihrem Profil auf der Bilderplattform Instagram folgen 129 000 Menschen. Auf den ersten Blick scheint sich die junge Frau nicht groß von anderen Influencern aus dem Netz zu unterscheiden. Auch sie veröffentlicht Bilder von sich in Fitnessklamotten und beim Training im Fitnessstudio.

Kritik an der Branche

Doch es gibt einen Unterschied. Vielleicht gehört Maurer sogar zu einer Minderheit innerhalb der Influencer-Gemeinschaft. Sie kritisiert die Branche für ihre Oberflächlichkeit scharf. Die dauer-fröhlichen Bilder und Filmchen von anderen Instagramern findet sie nervig und unrealistisch. Auch die immer größer werdende Freizügigkeit, insbesondere von weiblichen Bloggern findet sie unangemessen. Denn Influencer sind automatisch Vorbilder – auch für ganz junge Mädchen. Maurer geht sogar so weit, dass sie ein baldiges Ende des Influencer-Hypes nicht ausschließt. „Ich habe da einfach so ein Gefühl. Denn alle großen Trends sind irgendwann mal wieder vorbei. Facebook war ja auch einmal das große Ding“, sagt sie.

Zwei bis drei Bilder postet Maurer in der Woche. Mehr schaffe sie nicht, da sie einen Vollzeitjob hat. „Das mögen meine Follower aber, weil sie sagen: ,Das finde ich richtig gut, dass du zeigst, wie das im richtigen Alltag funktioniert und man nicht immer präsent sein kann. Denn irgendwo hat man ja noch nebenbei seinen normalen Job“, erzählt sie. Gestartet hatte Maurer ihr Profil vor vier Jahren im Dezember 2014. Doch erst knapp zwei Jahre später beginnen sich immer mehr Leute dafür zu interessieren. Ausschlaggebend ist ein Vorher-Nachherbild, das ihren Trainingserfolg über die Jahre dokumentiert.

Wenn die Elterngeneration den Kopf schüttelt und wohl nur schwer nachvollziehen kann, warum so viele Jugendliche die so genannten Influencer anhimmeln, hat Maurer die passende Erklärung dafür parat. „Viel passiert einfach durch Werbung. Influencer sind da, um Werbung für andere Firmen zu machen. Jeder guckt, wo man welche Rabatte bekommt und günstiger einkaufen kann. Andere suchen sich über die Profile viele Ideen und Inspiration heraus.“ Persönlich habe ihr Instagram eine Menge gebracht. Sie sei selbstbewusster geworden. „Ich war ein stilles Mäuschen in der hinteren Ecke.“ Das Trainieren im Fitnessstudio habe dann die Wende gebracht.

Risiko minimieren

Aber werden Influencer auch noch in fünf oder zehn Jahren als Werbeträger entscheidend sein? Maurer hat da eine ganz eigene Meinung. „Es gibt Superviele, die machen das beruflich. Das würde ich persönlich aber niemals machen. Einfach aus dem Grund: Du weiß nicht, wann es vorbeisein kann“, erzählt sie.

Ein Ereignis vor einem Jahr habe sie zum Nachdenken gebracht. Damals sei ihr Profil gehackt worden. Es sei nicht nur unheimlich schwer, wieder die Kontrolle über das eigene Profil zu bekommen. Doch wer glaubt, dass Prominente oder sogar Superstars vor Hackern gefeit sind, irrt sich. Vor einem Jahr hatte Maurer für kurze Zeit einen absoluten Superstar unter ihren Anhängern. Und zwar niemand Geringeren als US-Sängerin Beyoncé. Doch die Sängerin war gehackt worden. Diese kuriose Meldung schaffte es sogar auf ein Internetportal des Springer-Verlags.

Bei Firmen schrillen dann die Alarmglocken. Influencer können ihre Glaubwürdigkeit und Reichweite sowie auch Aufträge verlieren. Wer dann hauptberuflich von seiner Internetpräsenz lebt, hat schlechte Karten. „Wenn es dann vorbei ist, und du hast das fünf Jahre hauptberuflich gemacht, und es hat super funktioniert – dann bist du aber irgendwann an einem Punkt, wo du Dich bewerben möchtest. Was schreibst du denn in die Bewerbung rein? Ich glaube nicht, dass irgendjemand einen dann Ernst nimmt.“ Den Bezug zum realen Leben nicht zu verlieren – das ist für Maurer sehr wichtig. Bei der unrealen Welt im Netz könne man sich nie sicher sein, dass daraus ein für immer sicheres Einkommen generiert werden könne.

Bei manchen Firmen sind Influencer auch mittlerweile in Verruf geraten. Unzuverlässig, zu unprofessionell – eine Hostelkette, die nach eigenen Angaben mehrere Hunderttausend Euro für Influencer-Marketing ausgegeben hatte, ging sogar soweit und sagte, dass diese Art von Werbung rein gar nichts bringe. So eine Einstellung seitens der Influencer kann Maurer nicht verstehen. „Du musst solche Kooperationen wie Deine ganz normale Arbeit behandeln und damit mit ganz viel Respekt rangehen“, sagt sie. Maurer selbst hält derzeit zwei Kooperationen – eine für Nahrungsergänzungsmittel und eine für Sportbekleidung.

Mehr Ehrlichkeit

Noch sind Influencer bei Firmen begehrte Werbeträger. Ihre Botschaften gehen günstiger und schneller online als aufwendig geplante Werbekampagnen. „Das Handy ist immer dabei. Du kannst superschnell alles posten – überall, wo du bist. Das ist ein Vorteil für die Firmen, aber auch für dich selber“, findet sie. Aus diesen Gründen laufe das Geschäft auch noch so gut.

Je größer die Reichweite eines Influencers, desto interessanter ist er für die Firmen. Aber hier spielen viele Influencer nicht mit offenen Karten. Die Berliner Bloggerin Vreni Frost gab beispielsweise zu, dass 20 000 ihrer ehemals knapp 70 000 Fans gekauft waren – solche „Anhänger“ heißen Bots. Ihrer Meinung nach, betrüge ein Großteil der Influencer bei der Anzahl der Fans. „Ich finde, man sollte sich das auf ehrliche Art und Weise erarbeiten. Firmen nutzen mittlerweile Programme, um zu erkennen, ob die Follower gekauft sind oder nicht. Man erkennt es aber auch daran, wenn innerhalb von Sekunden die Zahl der Anhänger um Tausende steigt.“ Das falle auf. Deswegen würde ihr es nie in den Sinn kommen, so etwas zu machen. Doch es gibt Programme, mit denen sich die Anzahl der Anhänger von Influencern auf Echtheit überprüfen lässt.

Gehen oder bleiben?

Vor drei Monaten war Maurer übrigens kurz davor, ihre gesamte Internetpräsenz zu löschen. „Ich war an einem Punkt, wo ich gedacht habe: Du kriegst unheimlich viel Druck von allen Seiten. Jeder kennt dich, jeder weiß was über dich, jeder redet über dich.“ Die Aufmerksamkeit wurde so groß, dass Maurer dachte: Warum bin ich nicht privat?

Tatiana Gropius Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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