Cloppenburg - An Arbeit hat es im Leben von Erich Behlau keinen Mangel gegeben. Dafür aber oft genug am Nötigsten, was man zum Leben, oder auch nur zum Überleben, braucht. Besonders hart war es bei Kriegsende.
„1945 waren wir total ausgeraubt. Ob Lebensmittel, Kleidung oder auch das gesamte Inventar – alles war weg“, erinnert sich der 89-Jährige. Besonders schlimm war es für ihn auch zwölf Jahre später: „1957 – wieder ein neuer Anfang. Meine Frau und ich haben auf einem Bauernhof mit Null angefangen und durch auferlegte Zwangsabgaben mussten die landwirtschaftlichen Produkte pflichtgemäß abgeliefert werden.“
1969 kamen Erich Behlau und seine Frau als Spätaussiedler nach Deutschland. Über Friedland und Unna-Massen nach Wuppertal, wo er im Sozialamt zu hören bekam: „Wir helfen nicht, und wir geben nichts – und wenn Ihnen das nicht passt, fahren Sie doch dahin zurück, von wo Sie gekommen sind.“ 1972 war der Empfang in Cloppenburg wesentlich freundlicher. Aber beim Aufbau eines neuen Lebens drückte der Abtrag der teuren Kredite.
Doch der Familienvater arbeitete hart. In seinem Berufsleben war er Arbeiter, Schichtleiter und schließlich Facharbeiter in einem Betonwerk. Er ließ sich zum Berufskraftfahrer ausbilden, arbeitete als Maschinenmechaniker und Landwirt.
In Deutschland zum Schweißer und Gartenfachberater ausgebildet, arbeitete er letztendlich als Bankangestellter und später Bankkaufmann. Hinzu kamen seine zahlreichen ehrenamtlichen Tätigkeiten, etwa als Aussiedlerbetreuer und Sprecher der Ermländer in Cloppenburg. Zu seinen Hobbys gehört das Singen.
