Cloppenburg - Ein Rollstuhl und mehrere Pakete stehen vor dem Haus am Ritzereiweg 26. Dort wohnt Gloria Bachoco. Die 62-Jährige gehört seit 23 Jahren dem Verein „Reunion“ an. Die Krankenschwester stammt von den Philippinen. Lange hat sie im Cloppenburger Krankenhaus gearbeitet. Dort traf sie auch Magda Lügan. Die 58-Jährige ist ebenfalls Krankenschwester. Beide haben, unter anderem mit Maria Pünter (63) und Ursula Korte (66), den Verein „Reunion“ gegründet.
Der multikulturelle Verein war Anlaufstation für Frauen und Männer aus dem Ausland. Ein Schwerpunkt der Arbeit waren Integrationsbemühungen, etwa durch Deutschkurse. Für Kinder gab es Aktionen, wie Zeltlager. „Wir mussten und wollten etwas tun“, so Bachoco. Von einem evangelischen Pastor erhielten sie eine Anschrift in Kolumbien. Dort unterstütze „Reunion“ einen Geistlichen. Danach folgte ein Hilfsprojekt mit der Heimat von Bachoco. Geboren wurde sie auf der Insel Romblon, wo einige Millionen Menschen in Armut leben. Seit 1999 werden zwei Mal im Jahr Sachspenden, wie Kleidung, Schuhe, medizinische Geräte oder Nähmaschinen und Spielzeug gesammelt, und auf die Philippinen verschickt. In den nächsten Tagen steht wieder ein Transport an.
Vor Ort kümmern sich Verwandte von Gloria Bachoco um die Verteilung. Eines der großen Projekte des Vereins war die Einrichtung eines Kindergartens mit 20 Plätzen. Im Februar 2014 wurde er eingeweiht. Der Verein hat dafür an die 10 000 Euro aufgewandt. Hinzu kommen Projekte wie Schulpatenschaften. Mehr als 90 Kinder erhalten so jährlich jeweils 35 Euro für schulische Anschaffungen. Ein weiteres Projekt sind Armenspeisungen mit mehr als 200 Teilnehmern im Monat. Die Versorgung der Schule mit Wasser oder Einzelfallhilfe runden das Engagement ab.
„Im Mittelpunkt steht die Hilfe zur Selbsthilfe“, betont Magda Lügan. So schaffte etwa der Verein nach dem Tsunami 23 Fischerboote an. Somit konnte vor Ort wichtige Hilfe zum Lebensunterhalt geleistet werden. Der Verein Reunion will auch in Zukunft weiter die Menschen auf den Philippinen. „Die Freundlichkeit der Menschen ist eine wertvolle Erfahrung“, betonte Ursula Korte. „Die Einfachheit und das positive Leben sind für mich wichtige Eindrücke“, sagte Magda Lügan.
