CLOPPENBURG - Die Frauenbeauftragte ist im Rathaus unter 04471/185 232 zu erreichen. Feste Arbeitszeiten gibt es für die ehrenamtliche Tätigkeit nicht.
Von Christoph Koopmeiners
CLOPPENBURG - Ehrenamtlich sei die Arbeit einer Frauenbeauftragten in Cloppenburg nicht zu leisten, hat Ursula Brokamp anlässlich ihrer Abwahl als hauptamtliche Frauenbeauftragte gesagt. Außerdem würde die Frau ihre Glaubwürdigkeit verlieren, die das Amt für eine Aufwandsentschädigung ausübe und gleichzeitig dafür eintrete, dass Frauen sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen bräuchten.Ursula Brokamp hat demnach ihre Glaubwürdigkeit verloren und einen der wichtigsten Grundsätze ihrer Gleichstellungsarbeit – die Forderung nach sozialer und finanzieller Absicherung von Frauen – selbst verraten. Die 56-Jährige ist nämlich nach Ende ihres Vertrages als hauptamtliche Frauenbeauftragte am 31. Dezember zum 1. Januar als ehrenamtliche Gleichstellungsbeauftragte ins Rathaus zurückgekehrt. „Mit meiner persönlichen Entscheidung habe ich vielleicht einige Frauen gekränkt“, gesteht Brokamp ein. Sie strebe aber weiterhin eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung an. Der Sozialpädagogin sei aber klar, dass das in ihrem Alter schwierig werde. „Deshalb ist mir der Spatz in der Hand lieber als die Taube auf dem Dach.“ Mit 56 wolle sie aber nicht zu Hause sitzen, sondern ihr eigenes Geld verdienen, meint Brokamp.
Für ihre Tätigkeit als ehrenamtliche Gleichstellungsbeauftragte erhält sie eine Aufwandsentschädigung von 500 Euro im Monat. Als hauptamtliche Frauenbeauftragte mit 19,25 Arbeitsstunden pro Woche bekam sie rund 1000 Euro. Wie berichtet, ist die Stadt Cloppenburg gesetzlich nicht mehr verpflichtet, eine hauptamtliche Frauenbeauftragte zu beschäftigen. Die CDU-Mehrheitsfraktion hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass sie diesen Posten für überflüssig hält.
Wie Ursula Brokamp nun ehrenamtlich dazu beitragen kann, die Chancen von Mädchen und Frauen in Cloppenburg zu verbessern, weiß sie noch nicht. „Ich muss mir ein neues Gerüst aufbauen.“ Projektarbeit sei nicht mehr leistbar. Die Mädchen der Hauptschulen wolle sie aber dennoch im Auge behalten, um ihnen klar zu machen, wie wichtig ein Schulabschluss und eine Berufsausbildung für ihr Leben seien.
Ihre wesentlich Aufgabe werde wahrscheinlich darin bestehen, Frauen zu beraten und sie an die jeweiligen Fachstellen zu vermitteln. In der Vergangenheit habe Brokamp die Erfahrung gemacht, dass die Frauenbeauftragte für viele Bürgerinnen eine Vertrauensperson darstelle, an die man sich bei Problemen unverbindlich wenden kann.
