CLOPPENBURG - Experten sprechen über Diagnosen und Heilung. Sie wollen Patientenängste verringern.

Von Sigrid Lünnemann

CLOPPENBURG - Aus Angst vor der Diagnose Krebs schrecken immer noch viele Menschen vor Vorsorgeuntersuchungen zurück. Daher hat Dr. Hendrik Faust, Chefarzt der Viszeralchirurgie am Cloppenburger St.-Josefs-Hospital, den „I. Cloppenburger Krebsinformationstag“ (die NWZ berichtete) initiiert. Er wollte diesen Ängsten entgegen wirken, und für einen offeneren Umgang mit dem Thema Krebs werben. Dazu informierten am Sonnabend in der Stadthalle Experten über Krebserkrankungen sowie Diagnose- und Heilverfahren. „Krebs ist Deutschlands zweithäufigste Todesursache. Vorurteile und Ängste verhindern, dass die Menschen rechtzeitig zum Arzt gehen. Dabei sind heute die Heilungschancen bei im Frühstadium diagnostizierten Tumoren, sehr groß,“ so Faust.

Wie groß der Informationsbedarf ist, zeigte das Besucherinteresse. Um neun Uhr verfolgten fast 100 Zuhörer einen Vortrag von Dr. Ilona Schulz- Im Busch, Chefärztin der Cloppenburger Gynäkologie, über Behandlungsmethoden bei Brustkrebs. Sie betonte, wie wichtig die Selbstuntersuchung von Frauen zur Früherkennung ist. Einmal monatlich sollte jede Frau ihre Brust abtasten, und einmal jährlich zur Vorsorge gehen. Sollte der Krebs jedoch bereits weiter fortgeschritten sein, müsse die Brust vollständig entfernt werden. Mit Schaubildern und Fotos erläuterte Schulz-Im Busch Varianten der Brustrekonstruktion.

Dr. Christian Stallmann (Vechta) sprach zur Strahlentherapie. Er erläuterte, dass moderne Behandlungsverfahren die umliegenden Organe weitgehend schützten. Das minimiere Nebenwirkungen und gesundheitliche Einschränkungen. Stallmann forderte Frauen von 50 bis 69 Jahren auf, das Angebot der Mammografie zur Früh-Diagnose wahrzunehmen.

An Ständen im Foyer konnten sich die Besucher über traditionelle chinesische Heilverfahren, gesunde Ernährung, den ehrenamtlichen Hospizdienst und die Selbsthilfegruppe der Volkshochschule (VHS) informieren. Deren Leiterin Ruth Decker verdeutlichte anhand ihrer Krankheitsgeschichte, wie wichtig es für Betroffene ist, über ihre Ängste und Nöte zu sprechen. In der Gruppe (Treffen jeden zweiten Dienstag im Monat ab 17 Uhr in der VHS) hätten sie und ihre Angehörigen Gelegenheit, sich über Probleme und über positive Erlebnisse auszutauschen.