CLOPPENBURG/OSNABRüCK - CLOPPENBURG/OSNABRÜCK - Kantiges Geröll, steile Felsen, laute Motoren und jede Menge Aktion: das ist Truck Trial. Bereits zum achten Mal hat der Motor-Sport-Club (MSC) Cloppenburg den deutschen Wertungslauf zur Truck-Trial-Europameisterschaft im Osnabrücker Piesberg organisiert. Trotz des schlechten Wetters zog es mehrere tausend Zuschauer in den Steinbruch, der als das härteste Gelände in der EM-Saison gilt. Der Schauplatz übt auf Zuschauer und Fahrer einen besonderen Reiz aus, da er sich durch seinen canyonartigen Abbaukessel jedes Jahr in neuer, spektakulärer Form präsentiert.
Den Cloppenburger Teams brachte der anspruchvolle Parcours den gewünschten Erfolg. Die Fahrer der Klasse S2, Ralf Kaßen und Jörg Grafe, fuhren souverän auf Platz eins der Wertung und sicherten sich vorzeitig den Titel des Europameisters. Der Vater wollte seinem Sohn nicht nachstehen: So platzierten sich auch Friedhelm Kaßen und Roland Bormann mit ihrem 280 PS starken MAN 1014 auf dem Siegertreppchen der Klasse S 5.
Weniger erfreulich verlief das Wochenende für die Frauen in der Klasse S 1. Angelika Völkerink und Renate Poschmann mussten sich nach einem Unfall der Konkurrenz geschlagen geben. Ihr „Tussimog“, ein Unimog 404, blieb am Sonnabend nach einem Überschlag auf dem Dach liegen und war erst am Sonntag nach einer Nacht-Reparatur wieder einsatzbereit. „Man ist schon geschockt, wenn man das Fahrzeug plötzlich am Haken baumeln sieht“, beschreibt die Mutter von Angelika Völkerink, Anneliese Kaßen, den Unfall. Die Fahrerinnen blieben aufgrund der hohen Sicherheitsausstattung des Fahrzeugs jedoch unverletzt. Rolf Kempf, der in der selben Klasse startete, sicherte sich Platz vier der Wertung. Auf Platz drei in der Klasse S 4 kletterte das Fahrerehepaar Alexander und Inga Budde. Die Bilanz der Veranstaltung ist für die Cloppenburger „Motorakrobaten“ außerordentlich zufriedenstellend. „Zwei erste Plätze, das ist ein Riesenerfolg“, freut sich Udo Cloer vom MSC. Auch bei einer freiwilligen
Steilfahrt im Rahmenprogramm der Veranstaltung schafften es alle Cloppenburger, das Gestein zu bezwingen. Teams aus acht Nationen boten auf dem frisch gesprengten, extrem harten Karbonquarzitgeröll, Motorsport der Extra-Klasse. Neben Deutschland, Österreich, der Schweiz, den Niederlanden, Spanien, der Tschechei und Frankreich war auch Kanada im Cockpit vertreten.
Den abschließenden Höhepunkt am Sonntagabend bildete ein „Bagger-Ballett“, bei dem ein 130-Tonner und zwei 50-Tonner von einer geradezu filigranen Seite präsentiert wurden.
