CLOPPENBURG - CDU-Bundestagsmitglied Jochen-Konrad Fromme hat sich auf einer Veranstaltung der CDU im Vereinsheim des SC Sternbusch für eine Aussage entschuldigt, die er bei einem anderen Vortrag über Aussiedler im Landkreis Cloppenburg gemacht hatte. Damals hatte er von einer Parallelgesellschaft in Cloppenburg gesprochen. Auf eine Nachfrage im Vereinsheim von Pfarrer Dr. Oliver Dürr aus Molbergen bat er um Nachsicht.
Fromme ist Vorsitzender der Arbeitsgruppe „Vertriebene, Flüchtlinge und Spätaussiedler“ der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Eingeladen hatte der CDU-Kreisverband zum Thema „Zukunft gestalten wir gemeinsam“.
Integrationsfragen
Integrationsfragen standen bei dem Vortrag im Mittelpunkt. „Integration ist keine Einbahnstraße. Sie kommt immer von zwei Seiten“, so Franz-Josef Holzenkamp, Kreisvorsitzender der Cloppenburger CDU und Bundestagsabgeordneter, bei seiner Begrüßung.
,Aussiedler keine Migranten’
„Aussiedler waren und sind ein Gewinn für Deutschland“, machte Fromme zu Beginn seiner Ausführungen deutlich. Für den Bundestagsabgeordneten ist es wichtig, eine Unterscheidung vorzunehmen. „Aussiedler sind keine Migranten, sie sind Deutsche.“
Für die CDU werde es weiter eine doppelte Politik geben: Die Verbesserung der Situation vor Ort in Russland und die Ausreise nach Deutschland. Nach Frommes Ansicht sollen aber auch Ehepartner Deutschkenntnisse haben. „Dies ist auch eine gewisse Fürsorgemaßnahme.“
Region ist weit vorn
Ein weiteres Thema war die „Fremdrente“. „Dort gab es eine großzügige Regelung, die konnten wir nicht durchhalten“, sagte Fromme und machte gleichzeitig deutlich, dass auch Fehler in der Politik gemacht wurden. Seine Rede schloss er mit einem Lob: „Ihre Region ist weiter als andere.“
Die stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Cloppenburg, Ursula Bernhardt, betonte die Vorteile von Migration. Viele Kinder und gute Arbeitskräfte, die zugewandert sind, hätten auch zur positiven Entwicklung der Stadt beigetragen. „Die meisten Spätaussiedler sind bestens integriert“, sagte sie.
Für Nadja Kurz, Mitglied im Rat der Gemeinde Molbergen, gibt es jedoch noch einige Verbesserungsmöglichkeiten. „Wir Deutschen aus Russland sind nicht Gäste, sondern ein Teil Deutschlands“, betonte sie.
Sprachkurse überbewertet
Kritisiert wurde von Kurz der Rückgang der Aussiedlerzahlen. „Zurzeit findet eine Überbewertung der deutschen Sprachkenntnisse statt.“ Weitere Probleme sieht sie bei Familienzusammenführungen, Kürzungen von Altersbezügen und bei Benachteiligungen am Arbeitsmarkt.
Für Jugendliche gebe es ferner noch Nachteile im Ausbildungsbereich. „Es müssen gleichen Chancen auf Entfaltung der Persönlichkeit bestehen“, forderte Kurz.
